Die Frage nach dem Ursprung aller Dinge lautet auch: Wie kommt das Salz ins Meer? Dieter Richter beginnt seine souverän geschriebene Kulturgeschichte bei den Schöpfungsmythen des Meeres und endet in unserer Zeit des ansteigenden Meeresspiegels. Dazwischen jede Menge Badelust, Tiefseeforschung und Mondnächte auf Capri!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.04.2014
Was für eine Tour, stöhnt Katharina Teutsch gelegentlich beim Lesen dieser kulturgeschichtlichen Abhandlung über das Meer von Dieter Richter. Der Autor, findet Teutsch, nimmt sich einfach zu viel vor, wenn er von Poseidon über die Seebestattung und Seeräuber bis zu hydrologischen Fragen und Tourismus nach allem fischt, was der Ozean hergibt. So spannend und lehrreich Teutsch die Deutungen des Literaturwissenschaftlers Richter auch findet, so ermüdet ist sie am Ende auch.
Susanne Kaiser hat einiges gelernt in dieser Geschichte des Meeres des Germanisten Dieter Richter. Zum Beispiel dass es erst seit der englischen Romantik mit der Farbe Blau verbunden wird (zuvor galt es als grau, braun oder schwarz), dass sich die Wasserfeindlichkeit des Mittelalters mit den Schriften des persischen Arztes Avicenna erklären lässt oder dass der Blick aufs Meer nicht immer mit einer Erweiterung des Horizonts verbunden ist (siehe den Massentourismus). Trotzdem ist die Rezensentin nicht glücklich mit diesem Buch geworden. Richter legt sein Augenmerk vor allem auf das Meer als kunsthistorisches Motiv, bedauert die Rezensentin, Geschichte und Alltagskultur kommen kaum vor. Vor allem stört sie aber die auf das Mittelmeer begrenzte Sicht des Autors, die sie nicht nur eurozentrisch findet, sondern auch altbacken: Ganz in der Tradition der Altphilologie schreibe Richter Geschichte, die bei den Griechen und Römern beginnt und bei den Deutschen endet.
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