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Gerd Koenen: Vesper, Ensslin, Baader

Ausgewählte Leseproben.
22.09.2003. Gerd Koenens biografische Erzählung "Vesper, Ensslin, Baader" liefert nicht nur einen Schlüssel zum "Roten Jahrzehnt"der 68er-Revolte, sondern zur Geschichte Nachkriegsdeutschlands insgesamt. Lesen Sie hier einen Auszug.
Gerd Koenen: Vesper, Ensslin, Baader
Urszenen des deutschen Terrorismus

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003
256 Seiten, gebunden, 19,90 Euro

Erscheint am 25. September 2003

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Mehr Informationen beim Verlag Kiepenheuer & Witsch

Klappentext:
Gudrun Ensslin und Andreas Baader waren so etwas wie das Urpaar des deutschen Terrorismus, die Frankfurter Kaufhausbrandstiftung von 1968 der Urakt. Beide verließen ihre Lebensgefährten und ihre Kinder, um sich auf einen Pfad zu begeben, der zwei Jahre später zur Gründung der RAF führen sollte. Unter welchen inneren Konflikten das geschah, erschließt sich erst aus persönlichen Zeugnissen und Berichten; die zu Ikonen erstarrten Figuren bekommen ein menschliches Gesicht. Bernward Vesper, Sohn des Nazidichters Will Vesper, langjähriger Verlobter Gudrun Ensslins und Vater ihres Kindes, war der unglückliche Dritte in dieser Geschichte. In derselben chaotischen Periode 1969/70, in der Baader/Ensslin in den Untergrund gingen und die ersten bewaffneten Gruppen sich bildeten, ging Vesper auf seinen eigenen Trip. Mit Hilfe von Drogen, erotischen Erfahrungen, theoretischen Lektüren und schonungsloser Selbstanalyse wollte er seinen "faschistischen Charakterpanzer" zertrümmern und sich zum bewussten Revolutionär ausbilden. Sein autobiographischer Bericht "Die Reise" gilt - seit er posthum im "Deutschen Herbst" 1977 erschien - als das literarisch bedeutendste und authentischste Dokument dieser zeittypischen Radikalisierungsprozesse.
Die Heinrich-Böll-Stiftung präsentiert Buch und Autor am 30. September, 20 Uhr, auf der Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung, Hackesche Höfe, Berlin-Mitte.

Zum Autor:
Gerd Koenen
(homepage) wurde 1944 in Marburg geboren. Er hat Geschichte und Politik in Tübingen und Frankfurt/Main studiert und dabei vom SDS 1967 bis zu den maoistischen Zirkeln und Parteiinitiativen der 70er Jahre das volle Programm des linksradikalen Aktivismus absolviert. Später hat er als Verlagslektor, Zeitschriftenredakteur, Journalist, wissenschaftlicher Mitarbeiter Lew Kopelews sowie als freier Schriftsteller gearbeitet. Seine bekanntesten Bücher sind: "Die großen Gesänge - Lenin, Stalin, Mao Tse-tung. Führerkulte und Heldenmythen", 1991; "Deutschland und die russische Revolution" (mit Lew Kopelew), 1998; "Utopie der Säuberung - Was war der Kommunismus?", 1998.
Foto: © argum / B. Bostelmann

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