
Die russische Gesellschaft soll so früh wie möglich
militarisiert werden. Um das zu erreichen werden im ganzen Land
Trainingslager mit den Namen "Avantgarde" oder "Woin" (Krieger) errichtet, in denen 16-17-Jährige ausgebildet werden, die möglichst früh an die Front gehen sollen,
schreibt Andrej Satirko bei
Vot Tak (
Dekoder-
Übersetzung ins Deutsche durch Jennie Seitz und Ruth Altenhofer). Die Zentren dienen aber auch dazu,
ukrainische Kinder aus den besetzten Gebieten frühstmöglich in die russische Armee zu integrieren. "Die ukrainischen Regionen stehen bei Woin besonders im Fokus. Im besetzten Mariupol wird die 'russlandweit größte' Filiale aufgebaut. Vorstandsvorsitzender des Zentrums ist
Wiktor Wodolazki, Abgeordneter der Staatsduma, der allein in den Jahren 2022 und 2023 mindestens 40 Mal dort war - das weiß
Vot Tak aus Datenlecks des Grenzschutzes. Die ukrainischen Kinder werden bei Woin nicht nur in den besetzten Gebieten innerhalb der Ukraine trainiert, sondern auch nach Russland verschleppt. Zwölf Mal seien im Jahr 2025 ukrainische Kinder zu militär-patriotischen Trainingslagern in die RF gebracht worden, teilt die Juristin Xenija Kornijenko
Vot Tak mit." Wieviele es genau waren, wisse man nicht, doch "allein das Wolgograder 'Avantgarde' habe seit 2024 bereits
mehr als 5500 Kinder trainiert, die aus ukrainischen Regionen stammen wie aus den Oblasten Wolgograd und Belgorod, teilte im März 2026 Wiktor Wodolazki mit. Was die Russen über diese Trainingslager denken, lässt sich nicht sagen, Satirko lässt aber die russische Mutter Tatjana Jarowaja zu Wort kommen. "'Wir brauchen Trainingslager wie 'Avantgarde', um die Jugendlichen
auf den richtigen Weg zu bringen. Weil es ja alle möglichen Organisationen gibt und sie so oder so unter irgendeinen Einfluss geraten. Da sollen sie lieber in diesen Lagern eine patriotische Prägung erfahren, als auf der Straße und keine Ahnung für was …', meint heute Tatjana Jarowaja, die zwei ihrer vier Söhne im Krieg verloren hat."