Magazinrundschau - Archiv

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2 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 07.07.2026 - bioGraphic

"Im Schatten von Millionen Dollar teuren Wohnungen und hoch aufragenden Wolkenkratzern, unter dem täglichen Getöse von Kreuzfahrt- und Frachtschiffen, siedelt eine Kolonie von Korallen, die eigentlich gar nicht existieren dürfte", staunt Claudia Geib über das bemerkenswerte Phänomen, das in PortMiami in Florida seit einigen Jahren vermehrt Korallenwuchs zu beobachten ist - für die Forschung ein gefundenes Fressen angesichts des durch den Klimawandel verursachten Korallensterbens der letzten Jahre. Sie "wachsen auf entsorgten Einkaufswagen, auf Beton und steinernen Wellenbrechern. Sie erreichen Größen, die Wissenschaftler in Erstaunen versetzen, und sie ziehen Fische, Seekühe und Schildkröten in diesem belebten Hafen an. Auch befinden sich darunter zwei Spezies - die Elchgeweih- und die Hirschgeweihkoralle - die an anderen Orten in Florida praktisch als ausgestorben gelten. ... Seit dem Beginn ihrer Beobachtung konnten Wissenschaftler dokumentieren, wie tolerant die Miami-Korallen auf saures Wasser, große Mengen von frischem Wasser von Regen und aus Abflüssen sowie auf extreme Temperaturwechsel reagieren, inklusive einer bislang nicht gekannten Hitzewelle von 2023, die viele von Floridas Korallen tödlich bleichen ließ. ... Urbane Korallensiedlungen finden sich rund um Singapur, Hongkong, Jakarta in Indonesien und Naha, die Hauptstadt von Okinawa in Japan, sowie in der Nähe kleinerer Städte überall in Südostasien. Bislang sind diese noch nicht so gut erforscht wie die in Miami, aber sie teilen mit ihnen einige Resilienzmerkmale." Doch "beeilen sich Forscher auch damit, darauf hinzuweisen, dass urbane Korallen nicht als Ersatz für gesunde Korallenriffe betrachtet werden sollten: Urbane Korallensiedlungen neigen dazu, weniger komplex und weniger divers zu sein als Riffe."
Stichwörter: Korallen, Florida, Klimawandel

Magazinrundschau vom 01.07.2025 - bioGraphic

Rom war immer schon ein biologischer Hotspot, erklärt Mark Garrison in bioGraphic, dem Nachfolgemagazin von Hakai. In antiken Zeiten brachten die römischen Eroberer nicht nur zahlreiche Tiere und Pflanzen in die Stadt, sondern von dort aus auch in den Rest Europas, wo die einstigen Importe heute als heimisch gelten. Aber auch heute tut sich hier noch einiges: "Zum Teil auch dank der Fülle an historischen Stätten - von denen heute viele als natürliche Oasen dienen, frei von Autos und modernen Entwicklungen - ist Rom ein Knotenpunkt für urbanes Wildleben. Öffentliche Grünflächen machen etwa 35 Prozent des Gebiets aus. ... Im heutigen Rom werfen Wildschweine Mülleimer um, ziehen Wölfe durch die Stadtränder, nisten Raubvögel auf Marmorsäulen und kümmern sich Enten um ihre Eier in Kunstmuseeen von internationalem Rang." Doch "die Tiere, die die Kontinuität zwischen Roms Vergangenheit und Gegenwart vielleicht am besten darstellen, sind die Süßwasserkrabben, die einst in dem sumpfigen Flußtal lebten, auf dem die Stadt errichtet wurde. ... 2005 gruben Archäologen eine Stelle namens Trajans Forum aus (ein Teil des archäologischen Parks rund um das Colosseum) und stießen auf eine Population dieser Krabben, die in verlassenen Kanalanlagen unterhalb der Stadt siedelten. Forscher fanden heraus, dass die Krustentiere dort vor etwa 2000 Jahren eingeschlossen wurden, als Rom sich zur Stadt entwickelte, und seitdem fortlaufend dort gelebt haben - nicht nur unterhalb von Trajans Forum, sondern in einem ganzen System an Kanälen, Abflussrohren und anderer Abwasserinfrastruktur, die unter den Straßen der Stadt versteckt war. Abgeschnitten von äußeren Populationen, entwickelten Roms Süßwasserkrabben eine Form des Gigantismus: Sie sind nun 13 bis 20 Prozent größer als ihre Cousins außerhalb der Stadt. Sie wachsen auch langsamer und leben länger." (Hier klebt eine von ihnen an einer antiken Säule. Überhaupt sind die Fotos toll.)
Stichwörter: Rom, Urbane Wildtiere, Krabben