Rom war immer schon ein
biologischer Hotspot,
erklärt Mark Garrison in
bioGraphic, dem Nachfolgemagazin von
Hakai. In antiken Zeiten brachten die römischen Eroberer nicht nur zahlreiche Tiere und Pflanzen in die Stadt, sondern von dort aus auch in den Rest Europas, wo die einstigen Importe heute als heimisch gelten. Aber auch heute tut sich hier noch einiges: "Zum Teil auch dank der Fülle an historischen Stätten - von denen heute viele als natürliche Oasen dienen, frei von Autos und modernen Entwicklungen - ist Rom ein Knotenpunkt für
urbanes Wildleben. Öffentliche Grünflächen machen etwa 35 Prozent des Gebiets aus. ... Im heutigen Rom werfen
Wildschweine Mülleimer um, ziehen
Wölfe durch die Stadtränder, nisten
Raubvögel auf Marmorsäulen und kümmern sich Enten um ihre Eier in Kunstmuseeen von internationalem Rang." Doch "die Tiere, die die Kontinuität zwischen Roms Vergangenheit und Gegenwart vielleicht am besten darstellen, sind die
Süßwasserkrabben, die einst in dem sumpfigen Flußtal lebten, auf dem die Stadt errichtet wurde. ... 2005 gruben Archäologen eine Stelle namens Trajans Forum aus (ein Teil des archäologischen Parks rund um das Colosseum) und stießen auf eine Population dieser Krabben, die in verlassenen Kanalanlagen unterhalb der Stadt siedelten. Forscher fanden heraus, dass die Krustentiere dort
vor etwa 2000 Jahren eingeschlossen wurden, als Rom sich zur Stadt entwickelte, und seitdem fortlaufend dort gelebt haben - nicht nur unterhalb von Trajans Forum, sondern in einem ganzen System an Kanälen, Abflussrohren und anderer Abwasserinfrastruktur, die unter den Straßen der Stadt versteckt war. Abgeschnitten von äußeren Populationen, entwickelten Roms Süßwasserkrabben eine Form des
Gigantismus: Sie sind nun 13 bis 20 Prozent größer als ihre Cousins außerhalb der Stadt. Sie wachsen auch langsamer und leben länger." (
Hier klebt eine von ihnen an einer antiken Säule. Überhaupt sind die Fotos toll.)