Eine unheimliche Liebesgeschichte mitten aus der Gegenwart samt ihrer Bedrohungen, die nicht aus Perspektive der Menschen erzählt wird, sondern aus der von Gegenständen und Erscheinungen der Natur, wie Duschkopf, Kaffeemaschine, Spiegelei, Baumschatten, Regenschirm …die Handlungen der Menschen werden von dieser Seite aus gezeigt und daraus entwickelt sich eine spannende Geschichte. Wir sind sehr auf uns als handelnde Subjekte fixiert. Die menschlichen Figuren hier entstehen und handeln aus einer anderen Sicht. Ein erotisch-politischer Roman durch Entmystifizierung der Menschen. Es schwingt mit, dass unser "normales" Leben mit Maschinen und Plastik auch unmenschliche Züge hat. Sind wir Energien, die die Natur blockieren oder in Bewegung bringen?
Rezensent Uli Hufen mag den Stil von Yoko Tawada, die stets anregend verfremdend über Dinge schreibt, die uns allen wohlbekannt sind. In ihrem neuen Roman beobachtet eine "Art technoide Intelligenz" die Gegenstände um sie herum, das Kassenband im Supermarkt wird zum "Frachtschiff", auf dem verschiedene Kulturen in Nahrungsmittelform aufeinandertreffen, das Handy zum "Handteller" mit "Lebenslinie", freut sich Hufen über diese Kreativität. Auf herrlich komische und absurde Weise rollt dann die Geschichte los, erklärt er, ein Neonazi namens Leon Luxemburg beobachtet, dass alle möglichen Geräte ausfallen, als sie wieder starten, sind sie infiltriert mit linken Gedanken. Auch eine radikale Veganerin lernt er kennen und plötzlich bildet sich auch bei ihm eine Art Bewusstsein heraus - das liest sich für den Kritiker spaßig, extrem gegenwärtig und kunstvoll wie eh und je bei der Autorin.
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