Aus dem Chinesischen von Wolfgang Kubin. Yang Lian gilt als einer der einflussreichsten und interessantesten Dichter in China. Sein zuerst 1999 in Shanghai veröffentlichtes Langgedicht Konzentrische Kreise wird schon heute mit den bedeutendsten Lyrik-Zyklen der europäischen Moderne verglichen. Äußerlich ist das Gedicht in einer strengen geometrischen Form aufgebaut: fünf Kapitel zu jeweils drei Sequenzen, die Zeile für Zeile ein größeres Mosaik ergeben. Erkundet wird nichts Geringeres als die wahre Wirklichkeit , wie sie sich im Medium der Sprache ausdrücken lässt. Wolfgang Kubin, der Sinologe und Schriftsteller, hat diese poetische Konfession des im Londoner Exil lebenden Yang Lian ins Deutsche übertragen: ein Meisterwerk.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2013
Hat sich Ilma Rakusa erst einmal eingelassen auf das nun auf Deutsch vorliegende, von 1994 bis 1997 entstandene Hauptwerk des in Berlin lebenden chinesischen Lyrikers und Essayisten Yang Lian, vermag die Rezensentin die Welt mit anderen Augen zu sehen. Keine leichte Aufgabe allerdings, warnt Rakusa den Leser. Hilfreich findet sie die Kommentare des in ihren Augen großartigen Übersetzers Wolfgang Kubin. Mehrmaliges Lesen ist zu empfehlen, schreibt sie, um Leitmotive und Metaphern und die teils autobiografischen Motive zu entschlüsseln, den Dialog des Dichters mit Erde und Sein, sowie formale Eigenheiten. Dann, verspricht Rakusa, erwarten den Leser Momente von verstörender Schönheit.
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