Xaver Bayer

Hauch

Roman
Cover: Hauch
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2026
ISBN 9783990274422
Gebunden, 224 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Xaver Bayer ist nicht dafür bekannt, Erwartungen zu erfüllen. Zwanzig Jahre hat er uns warten lassen auf diesen Roman, und jetzt ist er da - und fällt völlig aus der Zeit. Hauch ist ein Briefroman, was darin passiert, steht in und zwischen den Zeilen, die einander zwei schreiben. Veit ist Schriftsteller, Dora Übersetzerin, sie haben die Abmachung getroffen, einander ein Jahr lang nicht zu sehen. Wir erfahren nicht, warum, es ist ein Spiel, ein Experiment. Dora lebt in der Stadt und fühlt sich den Zumutungen unserer Zeit zunehmend schutzlos ausgesetzt, Veit bezieht seinen Posten in einem alten Bauernhof am Land, streift durch die verlassene Gegend, beobachtetdie Vögel, die Bäume, den Wind. Beide betrachten die Gegenwart, ohne sie zu teilen, beide üben den Rückzug, jeder auf seine Weise. Die Entfernung zwischen den beiden ist nicht groß, aber sie bleibt auch nicht gleich. Siewächst, wie die Sehnsucht nach einem anderen Leben.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.04.2026

Veit und Dora, die Protagonisten von Xaver Bayers neuem Roman, er Schriftsteller, sie Übersetzerin, haben sich entschlossen, ein Jahr getrennt voneinander zu verbringen, schildert die durchaus angetane Rezensentin Angela Gutzeit. Um den Kontakt zu halten, schreiben sie sich ganz altmodisch Briefe. Postkästen gibt es immer weniger, was sich für die beiden in eine Weltentwicklung einreiht, die nur noch dystopisch zu nennen ist, lesen wir. In stakkatohaften Beschreibungen schildern sie sich, wie der Himmel für Veit aussieht wie ein Bildschirmschoner am Computer oder wie Dora Angst hat, eine Fliege im Hotelzimmer könnte eine Drohne sein, so Gutzeit. "In betörend schönen Worten" nehmen die Figuren wahr, was um sie herum geschieht, aber nicht immer in eindeutigen, sodass sich für die Kritikerin interessante, manchmal lustige, manchmal widerständige Doppelbedeutungen aufmachen, die den Roman für sie zu einem gelungenen Leseerlebnis machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026

Rezensentin Melanie Mühl beschert die Lektüre von Xaver Bayers handlungsarmem Briefroman genau jene Müdigkeit, die die beiden einander zwischen Stadt und Land Post hin- und herschickenden Protagonisten befällt, wenn sie sich über Techniksorge, Überwachungsängste und Gegenwartsennui austauschen. Obgleich Bayers Beobachtungsgabe und Stil Mühl beeindrucken, gibt sie zu, dass etwas nicht stimmt mit dem Text. Laut Mühl liegt es möglicherweise an der fehlenden Reibung der beiden Schreibenden. Dora und Veit, sie sind sich einfach zu ähnlich in ihrer negativen Zeitdiagnostik, meint Mühl, obwohl die Konstellation Stadt/Land ihr zunächst vielversprechend erschien. 

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