Aus dem Italienischen von Peter Klöss. Mailand im Sommer 2020: Die sonst so lebendige Via Marghera wirkt wie ausgestorben. Nur das Café Royal ist geöffnet. Man trifft sich vorsichtig, auf Abstand - und ist doch so froh, dass menschliche Begegnungen wieder möglich sind. Auch der Schriftsteller Michele hebt den Blick vom Bildschirm, verlässt das Haus und findet Gesellschaft, die seine Fantasie entfacht. Langsam kehrt wieder Leben in das Café Royal ein. Und in die Menschen, die es besuchen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.08.2024
Rezensent Dirk Fuhrig schätzt den italienischen Schriftsteller Marco Balzano seit dessen Roman "Ich bleibe hier" über das Verschwinden des Dorfs Graun im Vinschgau. Ganz so glücklich wird der Kritiker mit dem neusten Roman aber nicht, dafür mangelt es ihm irgendwie an Belang. Dennoch lässt er sich gut unterhalten von den siebzehn verschiedenen Männern und Frauen, die sich auf der Mailänder Via Marghera tummeln und überwiegend First-World-Problems wälzen: So langweilt sich eine Frau mit ihrem Gatten, ein Priester leidert unter der Areligiosiät der Moderne, eine lesbische Vegetarierin ärgert sich über ihre Mutter, resümiert Fuhrig. Weder die Figuren noch die titelgebende Straßen wollen allerdings recht "leuchten", räumt der Rezensent ein. Dennoch: Witzig und präzise beschreiben kann Balzano - und so fühlt sich Fuhrig nicht unwohl mit den Stadtneurotikern, auch wenn er sie schnell wieder vergisst.
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