Petra Ahne

Hütten

Obdach und Sehnsucht
Cover: Hütten
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2019
ISBN 9783957577108
Gebunden, 132 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Judith Schalansky. Eine Hütte, kein Haus sollte es sein, als Petra Ahne und ihre Familie ein Domizil auf dem Land suchten: klein, mit Platz nur für das Nötigste, durch nichts als eine Wand von der umgebenden Natur getrennt. Genug, um sich zu schützen, zu träumen, zu denken, sich zu verstecken und sich selbst zu beweisen. Hinter den Wänden einer Hütte nahm die Zivilisation ihren Lauf, wurde der Mensch zu dem, was er ist. Der Bau ihrer eigenen Hütte wirft Fragen nach dem Wesen dieses kleinsten Hauses auf, und so hat sich Petra Ahne auf die Spur der Hütte gemacht und der Fantasien, die sie umgeben. Sie ist mit Alexander de Tocqueville zu den Blockhütten der amerikanischen Siedler gereist und mit den Überlebenden einer gescheiterten Antarktis-Expedition zu dem windumtosten Obdach auf Elephant Island. Sie hat einen Mann getroffen, der seit 55 Jahren allein in einer Hütte lebt, und den FBI-Beamten, der als einer der Ersten das Holzhaus des Unabombers in Montana betrat. Sie hat die Hüttenträume von früher mit denen von heute verglichen. Die Sehnsucht der Städter nach dem Häuschen im Grünen ist groß. Heute mehr denn je hinterfragt die Hütte, was wichtig ist und wie wir leben wollen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.04.2019

Henry David Thoreau wäre begeistert von diesem Buch, glaubt Rezensentin Anne Kohlick, denn in "Hütten - Obdach und Sehnsucht" widmet sich die Berliner Journalistin Petra Ahne jener Sehnsucht, die den amerikanischen Schriftsteller 1845 in seine Hütte im Wald zog, um dort im Einklang mit der Natur zu leben. Was macht so eine Hütte aus? Wo spielt sie als Motiv in der Kunst eine Rolle? Was bringt die Menschen dazu, sich eine Hütte zu bauen und aus der Gesellschaft zurückzuziehen. Diese und viele andere Fragen stellt sich die Autorin und springt für die Beantwortung mühelos zwischen den Epochen und Disziplinen, so die Rezensentin. Die Geschichten, die sie erzählt sind teilweise Jahrhunderte alt und trotzdem gelingt es ihr, die Empathie des Lesers zu wecken, Spannung zu erzeugen und nicht zuletzt: interessante Erkenntnisse zu liefern. Doch nicht nur inhaltlich und sprachlich ist dieses Buch gelungen, findet die Rezensentin. Auch die feine optische Gestaltung macht ihr die Lektüre zum Vergnügen. Nur die Abbildungen, so Kohlick, sind teilweise zu klein und undeutlich, was sie jedoch leicht verzeihen kann.