Wolfgang Schmid

Dürer als Unternehmer

Kunst, Humanismus und Ökonomie in Nürnberg um 1500
Cover: Dürer als Unternehmer
Porta Alba, Trier 2003
ISBN 9783933701053
Gebunden, 638 Seiten, 92,00 EUR

Klappentext

Mit 103 Abbildungen. Leben und Werk des Nürnberger Malers und Grapikers Albrecht Dürer wurden bisher fast ausschließlich unter kunsthistorischen Gesichtspunkten untersucht. Obwohl Nürnberg als "Dürerstadt" gilt und die Epoche als "Dürerzeit" bezeichnet wird, sind die Verbindungen zwischen Dürers Leben und Werk auf der einen sowie Wirtschaft und Gesellschaft seiner Vaterstadt auf der anderen Seite noch kaum näher untersucht worden. Daraus lässt sich ein anschauliches Bild von dem Unternehmer Dürer gewinnen, bei dem nicht zuletzt auch der sozialgeschichtliche Aspekt eine wichtige Rolle spielt: Die Tätigkeit für Nürnberger Patrizier, für die 'Meinungsführer' der Renaissance, das Hinauswachsen aus dem Nürnberger Künstlermilieu und das Hineinwachsen in den oberdeutschen Humanistenkreis. Die Studie versucht so, ein Bild von der komplexen Erscheinung Dürers als Künstler, als Humanist, als Erfinder und als Unternehmer zu gewinnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.08.2003

Wolfgang Schmid, schreibt Bernd Roeck durchaus beifällig, führt das Kriterium der "Marktgängigkeit" in die Dürer-Forschung ein. Denn der alte Meister, der im Gegensatz zu anderen großen Malern als reicher Mann starb, habe schon genau gewusst: Man muss den Leuten - den Kunden - geben, was ihnen gefällt. Die wollten zum Beispiel ab etwa 1500 mehr religiöse Motive, weniger mythologische, und die kriegten sie auch. Das, so Roeck, arbeite der Historiker Schmid aus Dürers Nachlass heraus. Doch gerade die lückenhafte Quellensituation sei das Problem der Studie und führe auch häufig zu Spekulationen und über Maß ausgewälzten Marginalien. Und warum eigentlich, fragt sich der Rezensent, hat Schmid die "Marketingstrategien" des Künstlers keiner Analyse unterzogen? Schließlich seien dessen Bilder durchaus Markenartikel im heutigen Sinne gewesen. Alles in allem urteilt Roeck: ein guter Ansatz, aber ungenügende Ausführung. Schmid habe die Möglichkeit verschenkt, "ein Lehrstück über die spannungsreiche Beziehung zwischen künstlerischer Ethik und dem Geist des Kapitalismus" zu schreiben.

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