Wolfgang Schlüter erzählt von der Erfindung eines Instruments - und allem, was sie nach sich zog. Warum verschwindet ein deutscher Landschaftsmaler in den Schwefelsümpfen vor Neapel? Wie wird ausgerechnet ein nüchtern-erzpragmatischer Politiker wie Benjamin Franklin zum Erfinder der Glasharmonika, einem luxuriösen, raffinierten Musikinstrument, das heute beinahe vergessen ist, dessen geisterhafter Klang aber selbst Mozart zu einer Komposition inspirierte? Welche Spuren führen vom heutigen Berlin ins Königreich beider Sizilien? Und was hat die Glasharmonika mit dem Vesuv gemein?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.03.2011
Angetan zeigt sich Rezensent Hans-Jürgen Linke von Wolfgang Schlüters Roman "Die englischen Schwestern". Wer sich eine geradeaus erzählte Geschichte und eine klare Handlung erwartet, wird mit dem Buch seines Erachtens nicht viel anfangen können. Mehr Freude wird man an dem verschlungenen, vielstimmigen und perspektivenreichen Werk haben, verspricht er, begreift man es als "romantisches, offenes" Kunstwerk. Denn formal gesehen scheint ihm der Roman, in dem neben einer Vielzahl von Personen auch die Glasharmoinka eine wichtige Rolle spielt, ein einziges "Kunststück": verspielt, subtil, reich an Anspielungen und Bezügen. Nicht umsonst sieht Linke im Hintergrund Arno Schmidt thronen, dessen Technik Schlüter meisterlich beherrscht.
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