Wolfgang Rauscher

Hitler und Mussolini

Macht, Krieg und Terror
Cover: Hitler und Mussolini
Friedrich Pustet Verlag, Graz 2001
ISBN 9783791717777
Gebunden, 600 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Mit 70 Abbildungen. Das Verhältnis der beiden Gewaltherrscher war zunächst jahrelang durch Rivalität gekennzeichnet, wenngleich der Duce für Hitler in vielerlei Hinsicht ein Vorbild darstellte. Die Geschichte der beiden "Führer" ist auch eine Geschichte über Faschismus, Nationalsozialismus, über Diktatur, Krieg und Terror.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.02.2002

Wolfgang Schieder geht mit dieser Doppelbiografie hart ins Gericht. Zunächst bemängelt er ein fehlendes "klares Konzept" und die unscharfe Fragestellung des Buches. Dann kritisiert er stark, dass der Autor die wichtigsten Veröffentlichungen zum Thema nicht zu kennen scheint und auf eine Bibliografie verzichtet hat. Dies, findet Schieder, ist für ein Werk mit "wissenschaftlichem Anspruch" schlechterdings unmöglich. Mit dem ersten Teil des Buches macht er dann auch kurzen Prozess, indem er meint, man könne ihn getrost "überschlagen". Dem zweiten Teil kann er schon mehr abgewinnen, hier attestiert er dem Autor immerhin ein Talent für die "dramatische Zuspitzung" seines Gegenstands und lobt seine Darstellung der deutsch-italienischen außenpolitischen Annäherung. Die Schlussfolgerungen des Autors Walter Rauscher im letzten Teil fallen dann allerdings unter das Verdikt, nichts wirklich Neues gebracht zu haben, wobei der Rezensent besonders kritisiert, dass Rauscher sich am Ende vor allem auf die persönlichen Beziehungen Hitlers und Mussolinis konzentriert und hier hauptsächlich "endlose Zitate" unanalysiert stehen lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2002

Reichlich Anerkennung zollt Rezensent Karl Dietrich Bracher dem vergleichenden Band über Hitler und Mussolini. "Übersichtlich historisch aufgebaut", dabei "gut geschrieben und quellengesättigt" ist das Buch für Bracher. Er lobt, dass auch österreichische und italienische Perspektiven berücksichtigt werden und findet den Inhalt stellenweise "faszinierend, aber auch betrüblich". Eine Bibliografie hat dem Rezensenten allerdings gefehlt, und - schwerwiegender vielleicht - die bereits vorhandene Literatur zum Thema findet er nicht angemessen berücksichtigt. Seinem positiven Gesamturteil tut dies aber keinen Abbruch. Bracher meint am Ende seiner Rezension, dass Europa aus dem Vergleich der "verhängnisvollen Diktaturgeschichten Deutschlands und Italiens" genauso viel lernen könne wie aus der "freilich länger dauernden Geschichte der kommunistischen Diktaturen und ihrer Herrscher im 20. Jahrhundert".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2001

Die 600seitige Doppelbiografie über Hitler und Mussolini des österreichischen Historikers Walter Rauscher, die in einer Neuerscheinung vorliegt, lässt einiges erwarten. Leider bleibt es bei der Erwartung, wie Hans Woller in seiner fachkundigen und kritischen Rezension verdeutlicht. Zunächst würden in kurzen Abschnitten Lebensetappen des Duce und des Führers abgehandelt, danach würden beide unter den Gesichtspunkten Kooperation und Konkurrenz einander gegenüber gestellt. Inhaltlich würde vom Autor nichts Neues gesagt, was nicht schon aus älteren Biographien bekannt sei. Ein echter Mangel sei jedoch der lapidare Umgang mit den Quellen, die offenbar vom Autor nicht im Original gesichtet worden seien, und die Ignoranz gegenüber bedeutsamer Sekundärliteratur namhafter Hitler- und Mussolini-Forscher. Mit anekdotischen Ausrutschern und schlechtem Stil könne man den Leser weder packen noch interessieren. Das Buch sei inhaltlich und formal eine "Strapaze".

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