Aus dem Amerikanischen von Pieke BiermannWir haben nur getan, worum wir gebeten wurden und was uns als rechtmäßig geschildert wurde. Wir wissen, dass unsere Aktionen effektiv waren. Mit diesen Worten verteidigt der verantwortliche CIA-Beamte Jose Rodriguez die Foltermethoden seiner Behörde in ihren Geheimgefängnissen. Rückendeckung bekommt er von oben: Wir als Nation sollten froh sein, dass solche Leute für uns arbeiten , sagt der ehemalige Präsident George W. Bush, unter dessen Ägide diese Methoden angewandt wurden. Der Folterbericht, der nun vor wenigen Tagen vom US-Senat veröffentlicht wurde, deckt die CIA-Praktiken unter Bush schonungslos auf und zeigt in drastischer Weise das moralische Versagen des mächtigsten Landes der Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2015
Tim Neshitov liest die vom ehemaligen Bundesrichter Wolfgang Neskovic herausgegebene deutsche Fassung des CIA-Folter-Reports nach den Pariser Anschlägen mit anderen Augen. Die Ahnung, dass zu den nun anvisierten Maßnahmen gegen den Terror auch Waterboarding, Schlafentzug und all die anderen im Bericht dokumentierten Verhörmethoden gehören könnten, macht dem Rezensenten Angst und Bange. Über der im Band laut Neshitov nachgezeichneten Bürokratie der Folter schwebt für den Rezensenten außerdem ja riesengroß die Erkenntnis, dass Folter gar kein wirksames Mittel der Informationsgewinnung ist. Und auch, dass keiner der Verantwortlichen dessen, was hier an Widerlichem nachzulesen ist, zur Verantwortung gezogen wurde oder werden wird, wie Neshitov annimmt.
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