Sabina Spielrein, die Wegbereiterin der Psychoanalyse in der Sowjetunion, war einige Jahre Patientin von C. G. Jung gewesen, der an der jungen russischen Medizinstudentin das Freudsche Verfahren erstmals praktisch ausprobierte. Analytiker und Analysandin, hielten die unerlässliche sexuelle Abstinenz nicht lange ein. Was Jung zum Schulfall machen wollte, entwickelte sich zum Unfall, der den verheirateten Oberarzt an den Rand eines gesellschaftlichen Skandals brachte. Ob Sabina Spielrein Verführerin oder Opfer war, ob C. G. Jung sie loswerden wollte, welche Rolle Freud spielte: diese Affäre ist ein Lehrstück aus der Frühzeit der Psychoanalyse.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999
Ludger Lütkehaus nutzt an dieser Stelle die Gelegenheit, das Leben der Sabina Spielrein ("eine beeindruckende Gestalt") in Eckpunkten wiederzugeben und damit - eher indirekt - neugierig auf Martynkewicz` Band zu machen. Lütkehaus bedauert sehr, dass Sabina Spielrein weniger als Forscherin auf dem Gebiet der Psychoanalyse bekannt geworden ist, denn als Geliebte C. G. Jungs und als Figur zwischen Jung und Freud. Dennoch gelinge es Martynkewicz, dieses Dreiecksverhältnis in der Reihe "Paare" des Rowohltverlages mit der nötigen Distanz und "auf engem Raum umsichtig" zu beschreiben. Von einigen wenigen Fehlern im Faktischen abgesehen, handele es sich hierbei um eine zuverlässige Darstellung.
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