Wolfgang Kubin (Hg.), Tang Xiaodu (Hg.)

Alles versteht sich auf Verrat

Gedichte von Hai Zi, Xi Chuan, Yu Jian, Ouyang Jianghe, Wang Jiaxin, Wang Xiaoni, Zhai Yongming und Chen Dongdong
Cover: Alles versteht sich auf Verrat
Weidle Verlag, Bonn 2009
ISBN 9783938803165
Gebunden, 194 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Tang Xiaodu. Aus dem Chinesischen von
Gao Hong und Wolfgang Kubin. Gefördert vom Übersetzungsfond des Amtes für Presse- und Publikationswesen der VR China und von litprom - Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Diese Anthologie zumeist in China noch unveröffentlichter chinesischer Gegenwartslyrik gibt, in der Übertragung von Wolfgang Kubin und Gao Hong, dem deutschen Leser zum ersten Mal die Möglichkeit einer Begegnung mit den bedeutendsten Poeten des heutigen China und der Vielfalt der Stile und Sujets seiner aktuellen Dichterszene. Ob Zhai Yongmings Bänkelsang vom "Küken auf dem Strich", Xi Chuans lyrische "Denkübungen" zu Nietzsche oder Ouyang Jianghes "Glasfabrik", in der sich alle "Transparenz als Geheimsprache" offenbart - die fernen Bilder und Gedanken finden schnell unser Vertrauen... Einige der Poeten sind hierzulande bereits bekannt, durch Lesungen oder Publikationen. Andere stellen sich dem deutschen Publikum erstmalig vor.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2010

Ein deutsch-chinesisches Rezensentenduo - Li Shuangzhi, Literaturwissenschaftler in Nanjing, und Michel Ostheimer von der Uni Chemnitz - bespricht diesen in deutsch-chinesischer Kooperation herausgegebenen Band mit chinesischer Lyrik. Eigentlich wird aber gar nicht der Band beziehungsweise seine Zusammenstellung rezensiert. Der Artikel ist vielmehr eine Schnellzusammenfassung der Entwicklung der chinesischen Lyrik seit der Gründung der Volksrepublik. Die Rezensenten beschreiben diese Entwicklung als eine der immer weiteren Entfernung von den ästhetischen und politischen Doktrinen des Staats. Die vergleichsweise große Freiheit, die die chinesische Lyrik heute genießt, verdanke sich nicht zuletzt ihrer zusehends marginalen Stellung in einer seit den Neunzigern von den Massenmedien dominierten Kultur. Die in der Rezension erwähnten Autoren reichen vom stark von Hölderlin beeinflussten Haizi bis zum bildmächtigen Xi Chuan, der in einem Gedicht über ein "Massaker an den Schmetterlingen" beim Autobahnfahren schreibt.
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