Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2008
Der Autor dieser Gedichte Jidi Majias ist Funktionär verschiedener chinesischer Schriftstellerverbände. Staatsfromme oder angepasste Literatur schreibt er, so der Rezensent Ludger Lütkehaus, trotzdem nicht. Was damit zu tun haben könnte, dass er Teil der chinesischen Minderheit der Lolo ist, die Majias - darin dann doch dem offiziellen Sprachgebrauch folgend - die "Yi" nennt. Es brauche aber nicht viel Entschlüsselungskunst, meint Lütkehaus, um in manchen der Gedichte ein Plädoyer für die Autonomie Tibets zu erkennen. Besondere Stärken zeige Majia immer dann, wenn es um sein eigenes Volk und seine Traditionen in den Zusammenhängen einer globalisierten Gegenwart geht. Manches andere - etwa ein Nelson Mandela gewidmeter Rückblick aufs 20. Jahrhundert - erschöpfe sich dann doch eher im "Gutgemeinten". Also: eine freundliche, keine überschwängliche Kritik.
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