Volkswagen, Volksempfänger, Volkskühlschrank - das ehrenvolle Epitheton "Volks-" wurde im Nationalsozialismus nur auserwählten Produkten zuteil. Sie sollten den technischen Fortschritt im NS-Staat dokumentieren und dienten damit zugleich Propagandazwecken; sie waren Verheißungen einer besseren Welt, in die der Nationalsozialismus die Menschen zu führen versprach. Noch in der Nachkriegszeit dienten sie z. T. als gefährliche Chiffre für die "guten Seiten" des Nationalsozialismus. Insgesamt waren diese "Volksprodukte" eine Verbindung von propagandistischem Fremd- und illusionistischem Selbstbetrug.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.09.2004
Wolfgang König argumentiert klug, befindet der Rezensent Thomas Thiemeyer, und schafft es so, ein "durchweg plausibles" und "gut lesbares" Buch über die Konsumpolitik der NS-Regierung vorzulegen, gestützt auf sorgfältigen Umgang mit Quellen und Daten. Was ist die vorherrschende Erkenntnis? Dass die Naziführer instrumentell vernünftig gewesen seien, erweist sich im Licht von Königs Studie als Mythos. Tatsächlich waren, so der Schluss Thiemeyers, die Regierenden geblendet von ihrem eigenen völkischen Herrschaftswillen. So konnten sich die von ihnen lancierten - und staatlich geförderten - Produkte nie durchsetzen - was nicht zuletzt an den unwirtschaftlichen Betriebskosten lag. Letztlich jedoch war es der Krieg, der Volksempfänger und Volkswagen, Volkskühlschrank und Volksseebad die Existenzgrundlage entzog - die Waffenproduktion ging einfach vor.
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