Wolfgang Kaleck, Miriam Saage-Maaß

Unternehmen vor Gericht

Globale Kämpfe für Menschenrechte
Cover: Unternehmen vor Gericht
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783803127488
Broschiert, 128 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Im September 2012 sterben bei einem Brand in einer Textilfabrik im pakistanischen Karachi 260 Arbeiterinnen und Arbeiter. Dieser spektakuläre Fall ist nur ein Beispiel von unzähligen. Täglich werden Menschen und natürliche Ressourcen durch Unternehmen auf der ganzen Welt ausgebeutet, oft mit tödlichen Konsequenzen. Dieses Mal verstummt der Aufschrei nicht. Die Betroffenen wehren sich dagegen, dass westliche Unternehmen von den billigen Arbeitskräften in Südasien profitieren, aber keinerlei Sorge für deren Sicherheit tragen. Sie verklagen den deutschen Bekleidungsdiscounter KiK und werden dabei von Berliner Menschenrechtsanwälten unterstützt: Sie wollen, dass transnationale Firmen für die Arbeitsbedingungen in ihren Tochter- und Zulieferbetrieben im Ausland verantwortlich gemacht werden können. Dafür wird die pakistanische Delegation ihre Stimme beim Prozess im Frühjahr 2016 vor dem Landgericht Dortmund deutlich vernehmbar erheben. Das Autorenduo beschreibt anhand seiner Fälle - neben KiK auch gegen Pharmafirmen, gegen Nestlé, die Danzer Group und das Ingenieurunternehmen Lahmeyer - die Arbeit ihrer Menschenrechtsorganisation ECCHR, ihre Hoffnungen, Niederlagen, Erfolge und vor allem, was jeder vom Widerstand im globalen Süden lernen kann: Neben den juristischen Mitteln zwingen Boykotte, Streiks und Proteste die Firmen endlich zum Umdenken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2016

Wolfgang Janisch kann die Lücken im globalen Rechtssystem besser erkennen mit dem Buch von Wolfgang Kaleck und Miriam Saage-Maaß. Die Grundthese des Buches, wonach die Aufgabe des Rechts, die Schwachen zu schützen, immer mehr korrumpiert wird, können ihm die Autoren anhand von haarsträubenden Beispielen belegen. Wie transnationale Unternehmen sich Menschen- und Arbeitsrechtskonventionen entziehen und der internationale Kampf um Menschenrechte auf nationalen Rechtsnormen aufbaut, erfährt Janisch hier. Illusionen macht er sich nach der Lektüre kaum noch welche, aber dass bekannte Einzelfälle auf strukturelle menschenrechtliche Probleme hinweisen können, lehrt ihn das Buch auch.
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