Überall auf der Welt nehmen Ungleichheit und Armut zu, die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Doch haben sie deswegen keine Bedeutung mehr? Oder muss man sie nur neu und frisch denken, um ihr transformatives Potenzial zu entfalten? Wolfgang Kaleck ist nicht nur der Anwalt von Edward Snowden, sondern war an zahlreichen Strafverfahren u.a. gegen Donald Rumsfeld oder gegen die argentinischen Militärdiktatoren beteiligt. Als Praktiker in weltweiten Kämpfen, auch gegen transnationale Unternehmen, entwirft er jetzt eine neue, eine konkrete Utopie. Er kritisiert den derzeit geläufigen, zu eng gefassten Menschenrechtsbegriff und weitet die Perspektive: durch einen Blick in die Geschichte und durch einen Blick auf verwandte Kämpfe weltweit. Damit nicht immer alles gleich bleibt und sich wirklich etwas ändert.Die internationale Revolution der Menschenrechte beginnt jetzt!
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2021
Zunächst klärt Rezensentin Judith Raupp darüber auf, wer der Autor ist und preist seine international engagierte Haltung, zu der auch gehöre, wie man hier erfährt, Menschenrechtsprozesse manchmal auch aus strategischen Gründen anzustrengen. Die Kritikerin zeigt die Argumentationslinien auf, die am Ende beweisen sollen: Erstens gibt es Erfolge im Bereich der Menschenrechtsentwicklung und zweitens könnte es noch mehr geben, wenn Forderungen und Erkenntnisse der "Juristen und Aktivisten aus der südlichen Hemisphäre" stärker zur Kenntnis genommen und einbezogen würden. Auch die wirtschaftlichen Ursachen für Menschenrechtsverletzungen könnten, wenn es nach Kaleck ginge, wesentlich stärker in den Blick kommen, führt die Kritikerin aus. Nicht ganz so überzeugt wie der Autor ist sie von einer insgesamt positiven Entwicklung der Menschenrechte, aber sie findet doch, das Buch enthalte "interessante Denkanstöße".
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