Ein vereintes Europa braucht neue Visionen. Dies gilt umso mehr in Zeiten akuter Krisen, wie der Finanz- und Bankenkrise, der Eurokrise oder der Flüchtlingskrise, sowie anderer, den Zusammenhalt in Europa gefährdender Ereignisse, wie dem Brexit.In Europas vergessene Visionäre zeigt Winfried Böttcher, wie einst Visionen entstanden. Wichtige, aber zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratene europäische Denker mit großen Europavisionen geben sich in diesem bedeutenden Werk ein Stelldichein. Das Buch knüpft damit an das kulturhistorische Standardwerk Klassiker des europäischen Denkens an. Wie die Klassiker tragen auch die Visionäre dazu bei, sich vergangener und gegenwärtiger Friedens- und Europavorstellungen zu vergewissern, um die Zukunft des Kontinents zu gestalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2019
Was in sieben Jahrhunderten so alles über ein gemeinsames Europa gedacht und spekuliert wurde, erfährt Wilfried Loth aus dem von Winfried Böttcher herausgegebenen Sammelband. 61 Autoren, darunter Emmanuel Joseph Sieyès, Constantin Pecquer, Johan Willem Beyen und Ludwig Börne, manche von ihnen nicht eben bekannt für eine "europapolitische Dimension" des Denkens, wie der Rezensent feststellt, bieten Loth denkbar unterschiedliche Visionen. Ein "emphatisches" Geleitwort von Robert Menasse rundet den Band für Loth ab, der in den vorgestellten, auf ihn teils "erstaunlich modern" wirkenden Texten Bausteine einer Kulturgeschichte der Europa-Idee erkennt.
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