Am 7. Mai 1915 torpedierte ein deutsches U-boot den Passagierdampfer "Lusitania", der von New York nach Liverpool unterwegs war. Binnen weniger Minuten versank das Schiff in den eisigen Fluten des Atlantiks und riss fast 1.200 Menschen in den Tod, darunter viele Kinder und Frauen. Mit dieser kaltblütig herbeigeführten Schiffskatastrophe bestätigten die Deutschen ihren Ruf als "Barbaren" und provozierten die USA zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2015
Mit Gewinn liest Thomas Speckmann Willi Jaspers "kompakte Kulturgeschichte" über die Versenkung des britischen Passagierschiffs Lusitania durch ein deutsches U-Boot, bei der 1200 Menschen ums Leben kamen. Pointiert findet der Rezensent, wie der Autor den Jubel in der deutschen Presse oder bei Thomas Mann dem Entsetzen in den USA und Großbritannien gegenüberstellt. Dass mit der Untat auch die bisher auf See gültige Unterscheidung von Kombattanten und Zivilisten aufgehoben wurde, lernt Speckmann aus dem Buch. Unverständlich nur, warum alle weiterhin von "Katastrophe" und "Untergang" sprechen, nicht von "Kriegsverbrechen".
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