Wilhelm Lehmann

Bukolisches Tagebuch

Cover: Bukolisches Tagebuch
Matthes und Seitz, Berlin 2017
ISBN 9783957573858
Gebunden, 292 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Judith Schalansky. In den Jahren 1927 bis 1932, in der Zeit von Weltwirtschaftskrise und aufkommendem Nationalsozialismus, zieht sich Wilhelm Lehmann in die karge Schwansener Landschaft im Nordosten Schleswig-Holsteins zurück, um zu wandern, riechen, schmecken, sehen, fühlen. Voller Ehrfurcht und Poesie, doch immer genau in ihren Beobachtungen sind seine Aufzeichnungen dieser Erfahrung des Naturschönen, deren Sprache eher an britischen denn an deutschen Autoren geschult ist, eher an Wordsworth denn an Hölderlin erinnert. Ihre Chronologie folgt dem Zyklus der Jahreszeiten, ihr Gegenstand ist das Wunder des Werdens, Reifens und Vergehens, das sich in der Melodie des Zaunkönigs ebenso offenbart wie im Hundegebell. Eine Raupe kurz vor ihrer Verpuppung erscheint dieser Beobachtung ebenso staunens- und berichtenswert wie ergraute Disteln, ein neugeborenes Lamm, die Windstille eines Sommertags. So beschwört das Bukolische Tagebuch ein naturverbundenes Leben, das die Gaben, die es nutzt, nicht verschwendet, sondern schont.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2017

Rezensent Stephan Wackwitz entdeckt mit Wilhelm Lehmann die Natur neu. So, nur mit den Mitteln der Literatur beschrieben, idiosynkratisch, erscheint ihm die Landschaft Eckernfördes im Wechsel der Jahreszeiten, Zugvögel, Pflanzen und die Menschen der Gegend, Bauern, Förster etc. während der letzten Jahre der Weimarer Republik. Wie Wackwitz selbst das Wandern und Schauen erfährt, findet er es hier abgebildet. Ganz im Trend des nature writing verortet er dieses für ihn nie langweilige Schauen und Schreiben. Ein vergessener Autor, meint er, der neu zu entdecken ist. Die Ausgabe hilft dabei mit Autobiografischem, ergänzenden Texten, Register und Nachwort, so Wackwitz.
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