Werner Thuswaldner

Pittersberg

Roman
Albrecht Knaus Verlag, München 2000
ISBN 9783813501537
Gebunden, 189 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Als Kind glaubte er in der Burgruine immer den Kopf eines Riesen zu erkennen. Jetzt ist er Historiker und soll erforschen, wie der Pittersberg in Kärnten zum Treffpunkt Rechtsradikaler geworden ist. Er zaudert, den Auftrag anzunehmen, den ihm ein deutsches Nachrichtenmagazin angeboten hat. Denn er ahnt, dass auch sein Vater, ein vor 20 Jahren verstorbener k. u. k. - Offizier, dem der Übergang ins Zivilleben schwer fiel an der mythischen Überhöhung dieses Ortes mitgewirkt haben könnte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.08.2000

In diesem "ruhig und gelassen" erzähltem Roman, einer Mischung aus Fakt und Fiktion, hat der Feuilletonchef der "Salzburger Nachrichten" einen deutlichen Bezug zur "rechtsextremistischen Vorfeldorganisation" des Kärtner Ulrichskreises hergestellt, schreibt Christiane Zintzen. Einen "genuin literarischen Raum" habe sich Thuswaldner dennoch geschaffen, wenn er den Protagonisten, einen recherchierenden Historiker, in der österreichischen Provinz auch auf eigenes Verdrängtes stoßen lasse und damit weder sich noch seinen "problematischen Helden" zum "antifaschistischen Supermann" mache. Diese "Austrian Fictionary" zeigt, so Zintzen, dass Österreich nach wie vor "kein gutes Land" ist; sowohl der "Wiener Wasserkopf" als auch die Provinz verharren alternativlos in "verquerer Verschlagenheit" und "dumpfalkoholischem Brüten".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.05.2000

Helmut Schöder ist der Ansicht, dass Thuswaldner hier ein "beachtenswerter Roman" gelungen ist, äußert allerdings die Befürchtung, es könne sich um einen "Schlüsselroman" handeln. Denn schließlich versucht der Autor - mittels des erzählenden Journalisten - ein Bild des heutigen Österreich zu zeichnen. Und heraus kommt ein Bild von einem Land, `aus dem ein denkender Mensch auswandert` und in dem u. a. ein stark rechtsstehender `Anführer` seine dümmliche Gefolgschaft um sich schart. Schödel betont, wie der Journalist - gleichsam gegen seinen eigenen Willen - übliche Klischees reanimiert und sich Mythen und Mythologien kaum entziehen kann. Diese Passagen gehören für den Rezensenten zu den eindrucksvollen und besonders "spannenden" des Buches.
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