Stöbern nach Themen

Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Werner Rügemer

Rating-Agenturen

Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart
Cover: Rating-Agenturen
Transcript Verlag, Bielefeld 2012
ISBN 9783837619775
Kartoniert, 196 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

In diesem Buch wird zum ersten Mal die Eigentümerstruktur der drei großen Agenturen offengelegt: Es handelt sich dabei um die größten Hedge- und Investmentfonds, die aus der hohen und dauerhaften Verschuldung von Unternehmen, Staaten und Konsumenten Gewinn ziehen. Ein Blick auf die Praxis der Rating-Agenturen zeigt: Ihre Macht gewinnen sie durch ihre Eigentümer, aber auch durch die staatlich und überstaatlich erteilte Wächterfunktion. Sie sind mit Fonds, Banken, Staaten, Zentralbanken, Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds Teil der gegenwärtigen Kapitalmacht. Als vermeintlich unabhängige und objektive Wächter des Marktes helfen sie ihren Eigentümern dabei, Unternehmen, Staaten und ganze Volkswirtschaften zu enteignen. Dabei schrecken sie vor suggestiven Ratings ebenso wenig zurück wie vor der Inszenierung von Krisen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2013

Da kann der Rezensent nur hoffen, dass nicht alles stimmt, was der Autor da über die Ratingagenturen schreibt. Allemal erhellend jedoch findet Thomas Thiel, was der Sozialwissenschaftler Werner Rügemer über die oft komplexen Eigentumsverhältnisse hinter den Agenturen herausgefunden hat, über die beunruhigenden Verflechtungen von Hedgefonds, Banken und Unternehmen mit den sie bewertenden Agenturen. Dass nicht alles belegbar ist und Rügemer in seinen Aussagen mitunter spekulativ bleibt, ändert für Thiel nichts an seinem Verdienst, missbrauchsfördernde Strukturen aufgedeckt zu haben. Ergebnisse, die Thiel inzwischen durch den Umstand bestätigt sieht, dass Nationen erfolgreich gerichtlich gegen Ratingagenturen vorgehen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2012

Werner Rügemer hat mit "Rating-Agenturen" eine Pflichtlektüre vorgelegt, annonciert der hier rezensierende Ökonom Rudolf Hickel. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte der größten drei Agenturen (Standard & Poor's, Moody's, Fitch), widmet sich der Autor den komplizierten Eigentümerstrukturen und -verwicklungen zwischen ihnen und der Finanzindustrie. Vor allem legt er die Quelle ihrer Profitabilität offen, vermerkt Hickel erfreut: "Systematisch gepflegte Intransparenz sowie die mangelnde Haftung für Fehlentscheidungen". Nur Rügemers Verbesserungsvorschläge findet Hickel unrealistisch. Zu sehr arbeite sich der Autor an den Grundfesten des "finanzmarktgetriebenen Kapitalismus" ab, zu wenig widme er sich machbaren Reformen. Das Buch empfiehlt der Rezensent nichtsdestotrotz Kapitalismuskritikern und -anhängern gleichermaßen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.08.2012

Als überaus instruktiv wertet Kai Schlieter dieses Buch über Rating-Agenturen von Werner Rügemer. Auch wenn die Materie sperrig sei, gelinge es dem Autor, einen guten Ein- und Überblick über diese einflussreichen Spieler im Finanzsystem zu geben. Detailliert erläutert Rügemer dem Rezensenten zufolge die Entstehung dieser Agenturen und legt dar, wer eigentlich dahinter steckt, nämlich die selben Akteure, denen ökonomische Potenz bescheinigt werden soll. Dass die Ratings weder objektiv noch vollständig sind und dass die Agenturen dafür keine Garantien übernehmen, ist für Schlieter nur einer der vielen Punkte, die fassungslos machen. Er attestiert dem Autor, überzeugend zu belegen, dass die Rating-Agenturen keineswegs unabhängig sind. Sein Fazit: nicht immer leicht verdaulich, aber lesenswert und aufschlussreich.

Werner Rügemer

Werner Rügemer, 1941 in Köln geboren, arbeitet als freier Autor und ist Mitglied von Transparency International (TI), Business Crime Control (BCC) und des Deutschen Schriftstellerverbandes (VS). mehr lesen

Weitere Bücher von Werner Rügemer

Werner Rügemer: 'Heuschrecken' im öffentlichen Raum. Public Private Partnership - Anatomie eines globalen Finanzinstruments

Cover: Werner Rügemer. 'Heuschrecken' im öffentlichen Raum - Public Private Partnership - Anatomie eines globalen Finanzinstruments. Transcript Verlag, 2008.
Transcript Verlag, Bielefeld 2008.
Das Prinzip des in England entwickelten Public Private Partnership (PPP) gilt in der EU und auch in Deutschland als neues Heilmittel gegen Staatsverschuldung und Investitionsstau. Dabei übernimmt der& … mehr lesen

Werner Rügemer: Privatisierung in Deutschland. Eine Bilanz. Von der Treuhand zu Public Private Partnership

Cover: Werner Rügemer. Privatisierung in Deutschland - Eine Bilanz. Von der Treuhand zu Public Private Partnership. Westfälisches Dampfboot Verlag, 2006.
Westfälisches Dampfboot Verlag, Münster 2006.
Die Privatisierung von Medien, Post, Bahn, Rathäusern, Schulen, Müllentsorgung, Strom, Wasser, Abwasser und der Sozialsysteme erweist sich als neue Quelle der öffentlichen Verschuldung, der Arbeitslosigkeit, … mehr lesen

Alle Bücher von Werner Rügemer

Bücher zum gleichen Themenkomplex

Thilo Sarrazin: Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat

Cover: Thilo Sarrazin. Europa braucht den Euro nicht - Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat. Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), 2012.
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2012.
Mit der drohenden Staatspleite einzelner Länder hat der Traum von der Europäischen Währungsunion seinen Glanz eingebüßt und seine Risiken offenbart. Angela Merkels Diktum "Scheitert der Euro, dann sch … mehr lesen

Aymo Brunetti: Wirtschaftskrise ohne Ende?. US-Immobilienkrise, Globale Finanzkrise, Europäische Schuldenkrise

Cover: Aymo Brunetti. Wirtschaftskrise ohne Ende? - US-Immobilienkrise, Globale Finanzkrise, Europäische Schuldenkrise. hep Verlag, 2011.
hep Verlag, Bern 2011.
Seit dem Ausbruch der grossen Finanz- und Wirtschaftskrise haben volkswirtschaftliche Fragen Hochkonjunktur. Die zahlreichen weltwirtschaftlichen Erschütterungen - von der Blase auf dem US-Häusermarkt … mehr lesen

Hanno Beck/Aloys Prinz: Abgebrannt. Unsere Zukunft nach dem Schulden-Kollaps

Cover: Hanno Beck / Aloys Prinz. Abgebrannt - Unsere Zukunft nach dem Schulden-Kollaps. Carl Hanser Verlag, 2011.
Carl Hanser Verlag, München 2011.
Bankenstützung, Konjunkturpakete, Rettung von Pleite-Unternehmen und Wahlgeschenke: In den letzten Jahren haben wir das Geld mit vollen Händen ausgegeben. Doch jetzt, nach dem Ausgabenrausch, kommt der … mehr lesen

Markus Marterbauer: Zahlen bitte!. Die Kosten der Krise tragen wir alle

Cover: Markus Marterbauer. Zahlen bitte! - Die Kosten der Krise tragen wir alle. Deuticke Verlag, 2011.
Deuticke Verlag, Wien 2011.
Welche Lehren zieht die Politik aus der Krise? Auf Basis neuester Studien zeigt der Wirtschaftsforscher Markus Marterbauer aus Österreich, dass sich die weltweit zunehmende Ungleichheit in der Verteil … mehr lesen

Archiv: Buchautoren