Mit der Schuldenkrise in der Euro-Zone dämmert die Erkenntnis, dass nicht nur Staaten der "Dritten Welt" pleite gehen können. Es wird sogar die Frage laut: Ist auch die Bundesrepublik auf dem Weg in den Staatsbankrott, der Deutschland 1923 und 1948 gleich zweimal ereilte? Dieser Band zeichnet den Weg der Bundesrepublik in den Schuldenstaat nach. Die problematischen Erfahrungen mit der Konjunkturpolitik der 1970er Jahre, der kostspielige Ausbau des Wohlfahrtsstaats und die schuldenfinanzierte Wiederherstellung der deutschen Einheit werden dabei ebenso thematisiert wie Fehlentwicklungen im Steuerrecht und in der föderalen Finanzverfassung. Vor diesem Hintergrund erlangt die Zeitgeschichte der Finanzpolitik eine beklemmende Aktualität.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2012
Klare Empfehlung für dieses Buch vom Rezensenten Gustav Seibt. Er freut sich über eine ebenso unparteiische wie abseits der Tagespresse manövrierende Darstellung des deutschen Schuldenstaates aus historischer wie internationaler Sicht. Die Faktenfülle des vom Münchner Institut für Zeitgeschichte herausgegebenen und von Marc Hansmann sowohl wissenschaftlich als auch praktisch orientiert verfassten Bandes überwältigt Seibt. Die Nüchternheit des Autors bei der Beschreibung des deutschen Wegs vom Militär- zum Sozialstaat wiederum kühlt das Befinden des Rezensenten angenehm herunter. Muss sie auch, denn die mit Grafiken illustrierten Befunde sind niederschmetternd, stöhnt Seibt. Das Schuldenmachen geht längst auf Kosten der nächsten Generationen, die deutschen Finanzminister kommen bei Hansmann nicht gut weg und als Lösung empfiehlt der Autor Staatsinsolvenz und Inflation.
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