Es steht nicht gut um die Welt. Aber besser als jemals zuvor. Noch nie waren die Menschen so gesund, so gebildet, so wohlhabend, so frei und so sicher vor Gewalt wie heute. Fast alle Entwicklungskurven zeigen steil nach oben. Die vergangenen Jahrzehnte waren die beste Phase in der Geschichte des Homo sapiens. Doch in den Köpfen hat sich das gegenteilige Bild festgesetzt: Gewalt und Elend nehmen zu, alles verschlechtert sich. Diese Botschaft ist die Mutter aller Fake News und die Basis für den Siegeszug der Populisten. Um Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Migration zu bewältigen, müssen die Gesellschaften die Lehren nicht nur aus ihren Fehlern ziehen, sondern auch aus ihren Erfolgen. Darum ist es kein Wohlfühlprogramm, die nachgewiesenen Verbesserungen in allen Bereichen des Lebens zu erkennen und zu würdigen.
Rezensentin Christina Janssen atmet auf: Die Welt ist nicht doch nicht so schlecht. Meint jedenfalls Walter Wüllenweber, der das sich schließende Ozonloch, den Rückgang der Armut, des Hungers und der Kriminalität als Beweise anführt, wie Janssen erläutert. Wie soziale Medien und Rechtspopulisten aus schlechten Nachrichten Kapital schlagen und damit das Bild vom Zustand der Welt schief hängen, erklärt ihr der Autor gleich mit. Gut auch, findet Janssen, dass Wüllenweber nicht einfach alles rosarot malt, sondern Defizite beim Klima, Müll, Umweltschutz benennt. Lesenswert!, meint Janssen, auch wenn ihr der Autor eine Antwort auf die Frage, wie Aufklärung heute gehen könnte, schuldig bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2018
Jochen Zenthöfer lässt sich von Walter Wüllenweber die Angst nehmen. Wüllenwebers Aufruf zu mehr Risiko und weniger Verunsicherung, hört er gerne, schützt er doch nicht zuletzt vor politischem Extremismus, wie Zenthöfer hier lernt. Lesenswert findet er Wüllenwebers Beispielsammlung. Von der Armut bis zum Waldsterben - im Grunde ist alles besser geworden, staunt Zenthöfer. Inwieweit die Sarrazins der Welt gegen die Tatsache anschreiben, dass wir in der besten aller Welten leben, vermag der Rezensent nun um einiges besser zu erkennen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…