Zum ersten Mal spricht der ehemalige Minister Klartext: Er, der sich ein Leben lang mit der Arbeits- und Rentenpolitik beschäftigt hat, legt offen die Probleme der Bundesrepublik dar. Arbeitslosigkeit und die Entlastung zukünftiger Generationen sind nur durch eine Weiterentwicklung seiner Vorschläge zu lösen. Ganz dem politischen Vermächtnis seiner gewerkschaftlichen Anfänge verpflichtet, erzählt Riester von seiner Kindheit in Kaufbeuren und seiner wichtigsten Lebenserfahrung als junger Mann: sich zu engagieren und zu kämpfen, auch wenn es sinnlos erscheint. Von dieser Position hat er sich niemals getrennt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2004
Nico Fickinger attestiert Walter Riesters autobiografischem "Mut zur Wirklichkeit", dass es sich "flott" lesen lasse, trotz der einen oder anderen sprachlichen Holprigkeit, die der Rezensent auf das Bemühen zurückführt, das Tonbanddiktat möglichst originalgetreu zu Papier zu bringen. Insgesamt fasst der Rezensent das Buch aber mit spitzen Fingern an. Der ehemalige Minister für Arbeit und Soziales tut sich schwer damit, meint Fickinger, die Außenperspektive auf sein Leben einzunehmen. Mit seiner Fähigkeit zur Analyse hat der Autor seinen Rezensenten jedenfalls nicht beeindrucken können. "Deskriptiv" findet Fickinger Riesters Verfahren - aber das gilt auch für den Urteilenden selbst, denn Fickinger lässt ansonsten nur des Ex-Ministers Selbstlebenswegbeschreibung Revue passieren - aber das wird der, den es interessiert, dann ja alles im Buch lesen.
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