Das letzte Manuskript von Walter Kempowski enthält Gedichte. Nie wollte er Lyrik schreiben, aber wie er mit Rilke sagt, stieß ihm die Stimme den Mund auf. Die Gedichte befassen sich mit seiner Haftzeit in Bautzen. Kempowski war es wichtig, diese Gedichte für die Nachwelt hörbar zu machen. Die Tonaufnahme entstanden im März 2007, sechs Monate vor seinem Tod.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.04.2009
Für Gustav Seibt ist Walter Kempowskis erster, nun postum erschienener Gedichtband zwar eine Überraschung, er erkennt darin aber einen "unverzichtbaren Schlussstein" des Gesamtwerks. Der gleichzeitig mit einer von Kempowski selbst eingelesenen Hörfassung erschienene Band kehrt zu seiner Haftzeit in Bautzen zurück, wo er acht Jahre wegen angeblicher Wirtschaftsspionage einsaß, erklärt der Rezensent. Die CD bringt den typischen "Kempowski-Ton" zu Ohren, "leicht jammerig, vorwiegend gleichmütig, unendlich zivilistisch", so Seibt durchaus eingenommen. Die Gedichte haben ihn durch ihre von jeglicher Anklage freien Lakonie und ihre Haiku-artige Knappheit berührt, wie man dieser Kritik deutlich anmerkt.
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