Das Tagesleck mit einem Satz abdichten: Mitbringsel, die neuen Gedichte des Schattenkundlers und Vergänglichkeitskenners Walle Sayer. Die Zeit Der Punkt, der Ton, der Augenblick, die Wendung, der Gedankensprung, die Erinnerungssplitter, das Detail, der Dingschimmer, dies scheinbar Zusammenhanglose, mit dem die Poesie beginnt. Wie wenige, heisst es über Walle Sayer, beherrscht er das, was Paul Klee von der Kunst generell forderte: nicht das Sichtbare wiederzugeben, sondern sichtbar zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 17.12.2019
André Hatting unterscheidet allzu Schlichtes und "Butzenscheibenhaftes" von einer Poesie des Alltags und der offenen Verse in Walle Sayers neuen Gedichten. Das Risiko der Beliebigkeit schwingt mitunter mit in den Texten, stellt Hatting fest. Doch wann immer der Autor den Blick auf das Offenkundige mit einem feinen Sinn für Vergänglichkeit schärft, horcht der Rezensent auf - und entdeckt gekonnt verdichtete Szenen einer langen Ehe, berührende Annäherungen an den Vater oder "Gedichte wie Kinderzeichnungen", überall gültig.
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