Aus dem Staub zeigt Klaus Merz einmal mehr als Meister der Verdichtung. Aus kurzen, sparsam gesetzten Versen entwickelt er ganze Lebensgeschichten, zeichnet mit bloßen Andeutungen Bilder voller Farben und Licht. Ob Klaus Merz über alltägliche Szenen schreibt oder in seine Erinnerungen eintaucht, ob er fremden Orten und Menschen begegnet oder vertrauten - stets gelingt es ihm, den Blick auf das Wesentliche zu richten und ihm seinen ganz eigenen Tonfall zu verleihen. Unter der Oberfläche seiner lakonischen Poesie blitzen Witz und feine Ironie auf, hinter dem ruhigen Vordergrund seiner Gedichte verbergen sich Momente voller Überraschung und Verstörung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2011
Beschenkt fühlt sich Sabine Doering von Klaus Merz' Gedichtband und sie verleiht dem Schweizer Autor respektvoll den Titel "Meister der Verknappung". Wie schon in seinen Erzählungen setzt Merz auf Kürze als wichtigstes Stilmittel auch bei seinen Gedichten und orientiert sich dabei nicht selten an den japanischen Haikus, stellt die Rezensentin fest. Kunsterfahrung und die Liebe sind zwei wichtige Themen, konstatiert Doering, aber auch Spottgedichte in der Tradition der "Zahmen Xenien" und satirische Einblicke in die moderne Welt gehören dazu. Und Merz' proklamierten "Widerstand gegen die Ausführlichkeit", die die Rezensentin in seinen Gedichten eindrucksvoll umgesetzt sieht, findet sie auch in den sie in diesem Band besonders beglückenden Zeichnungen von Heinz Eggers wieder.
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