Herausgegeben von Torsten A. Hoffmann. "Die Gefahr, daß man den Verstand verliert, ist nicht gering." Wer war W. G. Sebald? Dieser Band fasst zwanzig Gespräche mit W.G. Sebald zu einer ebenso informativen wie poetischen Bestandsaufnahme zusammen. Viele dieser mit wechselnden Interviewpartnern zwischen 1971 und seinem plötzlichen Tod im Jahr 2001 geführten Gespräche werden hier erstmals gedruckt. Sebald spricht darin über sich selbst und seine Bücher, aber auch über sein ungeschrieben gebliebenes Werk. Dies ist ein zentrales Buch, um Sebalds gesamtes Schreiben zu verstehen. Hier wird nicht nur über Literatur gesprochen, sondern zugleich weitererzählt.
Alexander Diehl schätzt diesen von Torsten Hoffmann herausgegebenen Band mit Gesprächen des 2001 bei einen Autounfall ums Leben gekommenen Autor und Literaturwissenschaftlers W. G. Sebald. Die hitzigen Debatten um Alfred Andersch oder den Bombenkrieg, die Sebald zu Lebzeiten geführt hatte, spielen in den zwanzig versammelten Gespräche aus den Jahren 1971 bis 2001 seines Erachtens kaum eine Rolle. Streitgespräche scheinen ihm hier eher die Ausnahme, in den meisten Gesprächen dominieren für ihn gegenseitiger Respekt und Freundlichkeit. Was Diehl auch nicht weiter wundert, sprechen hier doch oft "Bewunderer mit einem Bewunderten". Thematisch geht es nach Angaben des Rezensenten vor allem um Sebalds Methode einer Verschränkung von Dokumentarischem und Fiktionalem, um seine Recherchemethoden sowie um das Erinnern und Zur-Sprache-Bringen des Vergangenen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.12.2011
In insgesamt 20 Gesprächen umkreist der Band die zentrale Frage, wer W.G. Sebald gewesen sei - und die daran geknüpften Hoffnungen der Leser, dem 2001 verstorbenen Autor persönlich etwas näher zu kommen, sieht Rezensentin Felicitas von Lovenberg zumindest zum Teil erfüllt: Nicht sehr gut, aber doch ein bisschen besser lerne man den Autor in diesem Interviewband kennen. Insbesondere Sebalds Widersprüche, die mit zahlreichen Zitaten aus dem Buch belegt werden, stehen Lovenberg jetzt klarer vor Augen.
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