Volker Wahl (Hg.)

Das Kind in meinem Leib

Sittlichkeitsdelikte und Kindsmord in Sachsen-Weimar-Eisenach unter Carl August. Eine Quellenedition 1779-1786
Cover: Das Kind in meinem Leib
Hermann Böhlaus Nachf. Verlag, Weimar 2004
ISBN 9783740012137
Gebunden, 516 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Rene J. Baerlocher, herausgegeben von Volker Wahl. Mit 35 farbigen Abbildungen. Strafverfolgung und Sittlichkeit im Zeichen der Aufklärung. Ein neues Licht auf das vernachlässigte Thema werfen jüngste Archivfunde in Weimar. Zu diesen zählt vor allem die komplett erhaltene Akte zum Prozess gegen die Kindsmörderin Johanna Höhn. Anhand der edierten Quellen werden rechtliche und soziale Positionen in Bezug gesetzt zur weimarischen Staatsmodernisierung während der Regierungszeit Herzog Carl Augusts.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2006

"Viel vertrackte juristische Prosa" findet Rezensent Hans-Jürgen Schings in diesem von Volker Wahl herausgegebenen Band mit Quellen über Sittlichkeitsdelikte und Kindsmord in Weimar. Der Band ist für ihn vor allem deshalb interessant, weil er sich auch mit der Frage nach der Mitverantwortung Goethes für das Todesurteil im Fall Johanna Höhn befasst. Er lobt sowohl die ausführliche Einleitung und den sorgfältigen Kommentar von Volker Wahl als auch Rene Jacques Baerlochers Nachwort, und bescheingt beiden Autoren, den Fall "Goethe" durch Einbettung in weitere Kontexte verständlich zu machen. Um den Kernbestand, die Akte Höhn und die Diskussion über die Todesstrafe, bietet der Band Quellen zu anderen Fällen von Kindsmord, einen Weimarer Beitrag zur Mannheimer Preisfrage über die Verhinderung des Kindsmordes, Dokumente zur Abschaffung der Kirchenbuße, Gesetzestexte und Rezeptionszeugnisse. "Zu erledigen ist eine mühselige und peinigende Lektüre", schließt der Rezensent und verweist darauf, dass sich "schnelle und eindeutige Urteile" hier verbieten.
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