Heinz Mohnhaupt (Hg.)

Prudentia Legislatoria

Fünf Schriften über die Gesetzgebungsklugheit aus dem 17. und 18. Jahrhundert
Cover: Prudentia Legislatoria
C.H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406505416
Gebunden, 495 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Übersetzt von Adolf Paul.. Sechs Faksimiles. Dieser Band widmet sich einem klassischen Thema der Rechts- und Staatswissenschaften. Die Lehre von der "Gesetzgebungsklugheit" war im 17. und 18. Jahrhundert ein umkämpftes Terrain der Rechtswissenschaft. Unter dem Titel "Prudentia Legislatoria" wurde diskutiert, wie der Mensch dazu veranlasst werden könne, zu einem "nützlichen Mitglied" von Staat und Gesellschaft zu werden. Die ausgewählten Schriften bekannter und unbekannter Rechtsgelehrter bilanzieren diese Debatte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2003

Rezensent Gerd Roellecke zeigt sich recht angetan von dem von Heinz Mohnhaupt herausgegebene und "trefflich erläuterten" Band "Prudentia Legislatoria". Wie Roellecke berichtet, versammelt der Band fünf Texte zur "Gesetzgebungsklugheit" von Hermann Conring, Thomasius, Kestner, Freyberger und August Leisching aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die sich allesamt an die Politik wenden. Die politischen Standpunkte sind nach Ansicht Roelleckes dabei sehr verschieden: kaisertreu oder fürstentreu, konservativ oder progressiv, für oder gegen das antike römische Recht, katholisch oder evangelisch. Unversehens lande man in der Gesellschaft des achtzehnten Jahrhunderts. Roellecke hebt hervor, dass drei der Autoren das mosaische Gesetz als leuchtendes Beispiel für ein gutes Gesetz nennen, um daran alle anderen Rechte einschließlich des klassischen römischen Rechts zu messen - schließlich konnte man aus der Deckung des Alten Testaments das zeitgenössische weltliche und kirchliche Recht scharf kritisieren, ohne Sanktionen fürchten oder ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Vor allem habe man so ohne Rücksicht auf theologische Vorgaben unmittelbar nach der Nützlichkeit oder nach dem Sinn von Gesetzen fragen können, erklärt Roellecke. "Genau darin bestand Aufklärung", so der Rezensent zusammenfassend, "Aufklärung wollte nicht die bestehende Ordnung umstürzen, sondern sie so erklären, dass jeder einzelne einen Sinn für sich selbst darin finden konnte."
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