Volker Koop

Kai-Uwe von Hassel

Eine politische Biografie
Cover: Kai-Uwe von Hassel
Böhlau Verlag, Köln 2007
ISBN 9783412100063
Gebunden, 318 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

An öffentlichen Ämtern hat es Kai-Uwe von Hassel (1913-1997) nicht gemangelt, doch wurde seine Bedeutung stets unterschätzt. Er war schleswig-holsteinischer Ministerpräsident, Verteidigungs- und danach Vertriebenenminister, Präsident, dann Vizepräsident des Deutschen Bundestags, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU und Präsident der Europäischen Union Christlicher Demokraten. Er hatte wesentlichen Anteil an der Aussöhnung zwischen Dänen und Deutschen, setzte sich in Begegnungen mit Diktatoren in aller Welt für die Menschenrechte ein, war der geistige Vater der deutschen Entwicklungshilfe und ein vehementer Verfechter der politischen Bildung insbesondere der Jugend. Selten war er bequem. Kai-Uwe von Hassel kritisierte die Qualifikation deutscher Politiker, die bisweilen einseitige politische Ausrichtung der evangelischen Kirche, setzte eine bis heute wirksame Parlamentsreform in Gang, wollte Brüssels europäische Funktionen zu Gunsten Straßburgs reduzieren und kämpfte vergeblich darum, Bonn als Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands zu belassen. Anhand bisher unveröffentlichter Dokumente gibt diese Biografie umfassend Auskunft über einen Politiker, der meist hinter den Kulissen die Fäden zog.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2007

Hanns Jürgen Küsters ist nicht wirklich überzeugt von Volker Koops Biografie des Politikers Kai-Uwe von Hassel. Zwar bescheinigt er dem Buch, zum zehnten Todestag die Erinnerung an die politische Leistung des pragmatischen Nachkriegspolitikers wachzuhalten. Ansonsten aber äußert er sich weitgehend kritisch. So moniert er, dass Koop das Bild eines politischen Visionärs entwirft, "der Hassel beileibe nicht war". Außerdem bleibt Hassels Haltung während des Nationalsozialismus in Küsters' Augen unklar. Generell hält Koop vor, die vielen Facetten von Hassels Persönlichkeit nicht angemessen zu beschreiben. Dafür nämlich fehlten dem Autor seines Erachten Einfühlungsvermögen einerseits und kritische Distanz andererseits. Schließlich hat er einige "fehlerhafte Angaben" zu beanstanden, so dass bei ihm der Eindruck entsteht: "Die Hassel-Biographie ist noch zu schreiben."

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