Eine Familiensaga, episch, schmerzlich, leidenschaftlich und komisch: Rocco und Marittimo kommen 1965 im fahrenden "Zug der Hoffnung" zur Welt, jenem Zug, der die Emigranten aus Süditalien in die Schweiz bringt. Fatalerweise werden die Neugeborenen während der Reise miteinander vertauscht. Der Einzige, der den Vorfall bemerkt, ist Don Curte, der Priester des "Wandervolkes". Es ist der Anfang einer aufregenden Geschichte. Marittimos Familie wird von einem Fluch verfolgt. Marittimo wächst am Rande der Welt der Emigranten auf, teilt deren Demütigungen als Gastarbeiter und begegnet der Ungerechtigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.03.2012
Sehr anschaulich, leichthändig und berührend schreibt Vincenzo Todisco über die Fremdheit italienischer Einwanderer und ihrer Kinder in der Schweiz, lobt Maike Albath. Der italienischstämmige Schweizer Autor erzählt von zwei bei der Geburt vertauschten Kindern zweier Einwandererfamilien, die sich in Zürich und im Engadin niederlassen, fasst die Rezensentin zusammen. Der Autor schildert aus verschiedenen Perspektiven ihre Lebenswege in der Schweiz, die sich später wieder zufällig kreuzen, und wo nicht nur ihre Eltern, sondern eben auch sie selbst mit Ablehnung und Fremdenfeindlichkeit konfrontiert werden, erklärt Albath. Insbesondere die Passagen, in denen von der Kochleidenschaft einer Tante erzählt wird, lobt die Rezensentin als sehr plastisch und lebensprall, und wenn sie den Roman mitunter sprachlich auch etwas "betulich" fand, so hat sie sich vom Schicksal der Familien ganz offensichtlich rühren und mitreißen lassen.
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