Die Arbeit von Alberto Gandolfo, geboren 1983 in Palermo, dokumentiert die prekäre Wohnsituation, die für illegale Migranten mit nicht angemeldeter Erwerbstätigkeit in Süditalien charakteristisch ist. Der Autor hat über zwei Jahre verschiedene informelle Siedlungen bereist, die von den lokalen Behörden regelmäßig aufgelöst werden. Das Haus ist der Kontext, dem sich der Mensch zugehörig fühlt, der symbolische Ort, der Aufbruch und Rückkehr, Zuflucht und Sicherheit, Intimität und Stabilität repräsentiert. Es kann sich aber auch in etwas Unsicheres, Instabiles und Prekäres verwandeln und so das Konzept des Habitats, des Lebensraums als Bedingung für Entwicklung und Wohlbefinden, aushöhlen.Das Buch ist ein visuelles Zeugnis für das Bedürfnis des Menschen, sich einen Bezugspunkt zu schaffen, einen Zufluchtsort, der seiner Identität entspricht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.05.2025
Eindrückliche Bilder nimmt Alberto Gandolfo laut Rezensent Frank Dietschreit von aus Afrika stammenden Migranten auf, die im Süden Italiens in provisorischen Hütten leben, oft am Rande der Städte. Der aus der Biologie stammende Begriff des Habitats wurde längst auf soziale Verhältnisse übertragen, erläutert Dietschreit, und dieses Buch zeigt in der Tat, wie Menschen sich unter schwierigen Bedingungen einen Lebensraum erarbeiten und dabei auf einem Mindestmaß an persönlicher Würde bestehen, etwa wenn sie ihre Behausungen mit Türen versehen und damit einen Raum der Privatheit abteilen. Auch den Stolz in den Gesichtern der Menschen halten diese Bilder fest, schreibt der Rezensent, der insgesamt sehr angetan zu sein scheint von dem Fotoband.
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