Andrea Giovene

Das Haus der Häuser

Roman
Cover: Das Haus der Häuser
Osburg Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783940731364
Gebunden, 357 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Moshe Kahn. Giuliano Sansevero ist ein attraktiver Anfangsdreißiger, Spross eines italienischen Adelsgeschlechts. Um sich von der Bürde seiner edlen Herkunft zu befreien und zu sich selbst zu finden, kehrt er in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts seinem bisherigen Leben in der Mailänder und Pariser Boheme den Rücken und flieht an eine einsame Meeresbucht tief im Süden Italiens. Olivenbäume, Zitronengärten, Kaktusfeigen, glühende Sommerhitze, Fischen im Meer: Fern jeder Alltagshektik genießt er das pralle, italienische Lebensgefühl in seinem Arkadien. Dort beginnt er sein "Haus der Häuser"zu bauen. Als er dem abgeschiedenen Ort zu einer Zufahrtsstraße verhilft, ist der paradiesische Zustand unwiderruflich vorüber, der Fortschritt unaufhaltbar. Und dann verliebt sich Giuliano auch noch in ein verführerisch hübsches Mädchen. Doch die Liebe zu ihr ist eine verbotene.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2011

Anhand von Andrea Giovenes Roman "Das Haus der Häuser", Teil eines fünfbändigen Werks und nun erstmals ins Deutsche übersetzt, prüft Niklas Bender, ob es sich lohnt, den einst als Nobelpreiskandidaten gehandelten italienischen Autor wieder zu entdecken. Der Rezensent ist sich da nicht sicher, denn an der Geschichte um einen Ich-Erzähler, der in ein völlig isoliert liegendes kalabrisches Dorf zieht, dort erst ein Haus baut und dann eine Straßenanbindung schafft und damit die Idylle zerstört, missfällt ihm so einiges. Zwar bescheinigt er dem Roman "Witz" und einen "herben Charme", dafür stößt er sich an so mancher stilistischen und kompositorischen Schwäche. Die Mischung aus erzählenden, beschreibenden und reflektierenden Passagen gelingt dem Autor längst nicht so gut wie beispielsweise Stendhal, meint Bender. Immerhin: einige Passagen wecken doch sein Interesse.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.08.2010

Als Zeugnis einer untergegangenen Welt liest Maike Albath den dritten Band von Andrea Giovenes groß angelegtem Epochenfresko, einer Mischung aus Roman, Biografie und Historiografie, wenn wir der Rezensentin glauben schenken wollen. Albath zieht Parallelen zu Lampedusas "Der Leopard", auch was den anachronistischen Stil betrifft. Die Rückkehr des gelangweilten Adelssprosses zu den Einfachheiten des süditalienischen Landlebens stellt sich Albath in poetischen Bildern und Charakterstudien eindringlich dar. Nur manchmal stolpert sie über einen pompösen Ton und mythische Überhöhungen, die ihr etwa ein Carlo Levi erspart.
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