Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Ein großer Berlinroman von einem Erneuerer der europäischen Literatur: zugleich Porträt einer ganzen Generation und radikales Formexperiment. Anna und Tom ziehen ins pulsierende Berlin, in der Hoffnung, hier die ersehnte Freiheit zu finden, kreativ zu arbeiten, weder an Schreibtische noch an Konventionen gebunden zu sein. Ihr Traumleben ist das einer ganzen Generation: eine helle Wohnung voller Pflanzen, eine Leidenschaft für internationales Essen und progressive Politik, eine Beziehung, die offen ist für sexuelle Experimente.Anna und Tom sind ein Paar, sie stehen sich nahe, sind glücklich ... solange ihr Leben dem Bild entspricht, das sie imaginiert haben, solange sie sich vergleichen können mit denen, die in der Heimat geblieben sind. Doch jenseits dieses Bildes wächst eine taube Unzufriedenheit, sie fühlen sich gefangen, sind erneut auf der Suche. Gibt es ihn, den besseren Ort, authentisch und einladend?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.05.2023
Rezensentin Erika Thomalla wird nicht froh mit Vincenzo Latronicos Roman über ein Bobo-Pärchen, das Berlin tüchtig mitgentrifiziert und zugleich darunter leidet. Dass der Autor dies nicht als inneren Prozess schildert, sondern anhand von Dingen und Praktiken (Yoga, Quinoa ...), findet Thomalla eigentlich spannend. Leider bleiben die Figuren dabei "hölzern". Die Rolle als Platzhalter für eine ganze Generation und ihre Widersprüche bekommt ihnen nicht gut, findet die Rezensentin. Außer kluge Detailbeobachtungen und eine tolle Übersetzung hat der Text für Thomalla nicht allzu viel zu bieten und wirkt eher wie ein "Zeitungsessay" über Berlin im Jahr 2000.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.03.2023
Ein "bezwingendes Berliner Stillleben" hat Vincenzo Latronicos mit diesem schmalen Roman über ein junges Paar geschrieben, findet Rezensentin Maike Albath. Tom und Anna ziehen von Italien nach Berlin und suchen im hippen Lifestyle nach Lebenssinn. Dabei spielt ihre Selbstinszenierung auf Social Media mit Hilfe modischer Möbel und Retro-Chic eine große Rolle. In Latronicos Schilderungen reiht sich Bild an Bild, es gibt keinen einzigen Dialog, berichtet die Rezensentin. Der "gestaffelte Satzbau" entfaltet dabei einen dynamischen Rhythmus, findet Albath. Die künstliche Darstellung eines vermeintlich idealen Lebens sorgt bei den Protagonisten irgendwann für ein Gefühl der Entfremdung. Hier setzt Latronicos bissige Medienkritik ein, so Albath, der die beiden Protagonisten nicht als Individuen darstellt, sondern als Vertreter einer Generation, die sich in oberflächlichem Konsum verliert und für die Freiheit nur als Inszenierung auf Instagram-Fotos existiert.
Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…