Mit zahlreichen Abbildungen. Die DDR ist ein Land, das es nicht mehr gibt. Mit ihr wurden nach 1990 viele Gebäude und Plätze beseitigt, die in 40 Jahren Deutscher Demokratischer Republik entstanden waren bzw. ihre Hochphase hatten. Es ist eine Binsenweisheit: Architektur hat nicht nur einen funktionalen oder ästhetischen Charakter, sie sagt auch immer etwas über ihre Zeit und deren Ideale aus, ist Träger von Geschichte. Insbesondere verschwundene Orte erzeugen in der Erinnerung ein eigentümliches Bild der Vergangenheit. Dieses Buch porträtiert zirka 100 verschwundene Orte der DDR in ihrer einstigen Blüte: von öffentlichen Bauten wie dem Palast der Republik oder der Gaststätte Ahornblatt in Berlin über Wohngebiete in Chemnitz, Cottbus und Hoyerswerda, Arbeitsstätten wie die Dresdner Süßwarenfabriken "Elbflorenz" und den VEB Halbleiterwerk Frankfurt/Oder bis zu Grenzmarkierungen wie der Mauer oder Intershops. Anhand von Fotografien und informativen Begleittexten bewahrt es sie in unserem kollektiven Gedächtnis!
Rezensent Michael Pilz wird ganz wehmütig zumute angsichts der hier versammelten Fotografien von "Verschwundenen Orten der DDR". Dort, wo heute ein Einkaufszentrum auf der Berliner Fischerinsel steht, war einst die Gaststätte "Das Ahornblatt" zu finden, erinnert sich der Kritiker, der hier auch noch einmal am Gefängnis Rummelsburg, dem Palast der Republik oder dem Stadion der Weltjugend vorbeischaut. Hier gibt es keinen Ostalgie-Kitsch zu finden, sondern eher Kulturgeschichte, fährt der Rezensent fort, der auch Bilder von Industrieruinen, etwa das Automobilwerk Eisenach oder das Braunkohlenkombinat Bitterfeld betrachtet. Mit großem Interesse hat er zudem die Berichte von Treuhandopfern gelesen, die hier von Abwicklung und Ausverkauf erzählen.
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