Vera Weidenbach

Ada Lovelace

Visionärin und Genie
Cover: Ada Lovelace
Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783498007546
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Ada Lovelace war eine geniale Mathematikerin, sie erdachte Technologien, die hundert Jahre später die Welt veränderten. Geboren in eine Zeit starrer gesellschaftlicher Konventionen, setzte sie neue Maßstäbe für Frauen in der Wissenschaft. Trotz der Beschränkungen, die Frauen ihrer Zeit auferlegt waren, gelang es Ada durch ihre umfassende Bildung, eine führende Rolle in der konzeptuellen Entwicklung des "Analytical Engine" zu übernehmen - eine Leistung, die grundlegende Prinzipien der Programmierung und Informatik vorwegnahm. Ihr Leben spiegelt den außergewöhnlichen Balanceakt zwischen den gesellschaftlichen Pflichten einer Frau und wissenschaftlichem Genie wider, ein Spagat, der ihre Errungenschaften umso bemerkenswerter macht. Ihre Erkenntnisse waren lange in Vergessenheit geraten, und ihr Name ist den meisten noch immer unbekannt. Wäre das anders, wäre sie ein Mann gewesen? Dieser Frage widmet sich Vera Weidenbach; sie erzählt das aufregende Leben dieser außergewöhnlichen Forscherin und dekonstruiert gleichzeitig das herkömmliche Bild männlicher Genies.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.10.2025

Kritikerin Anne-Kathrin Weber liest in Vera Weidenbachs Biografie von Ada Lovelace eine "Ode an das weibliche Genie": Lovelace hat das erste Computerprogramm der Geschichte geschrieben, als Frau konnte sie im 19. Jahrhundert allerdings nicht den ihr zustehenden Ruhm dafür beanspruchen. Lovelace, 1815 geboren, verbrachte ihr Leben in den Zwängen der britischen besseren Gesellschaft, sie gründete eine Familie und nahm ihr Mathematikstudium wieder auf, schildert Weber, schnell überflügelte sie darin die Männer in ihrem Umkreis - gewürdigt wurde das aber nicht, weil sie eine Frau ist. Lange dauert es, bis ihre Leistung überhaupt nur anerkannt wurde, lernt Weber aus diesem Buch, das ein mitreißendes Plädoyer für seine Protagonistin sei.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.08.2025

Kritikerin Katharina Döbler ärgert sich ein wenig darüber, dass die Journalistin Vera Weidenbach sich in ihrer Biografie von Ada Lovelace mehr mit deren Geschlecht beschäftigt als mit der umwerfenden Neuartigkeit ihrer Erfindungen. Lovelace hat als erste Person überhaupt ein brauchbares Computerprogramm geschrieben, aber als Frau im England des 19. Jahrhunderts war ihr der Zugang zu Bildungsinstitutionen verwehrt. Dass sich Weidenbach darüber erzürnt, ist für Döbler nur allzu gut nachvollziehbar, doch dass das in redundanter Weise immer wieder angebracht wird, verstellt ihr zufolge den Blick auf Zusammenhänge wie die industrielle Revolution und die visionäre Kraft von Lovelaces Entdeckungen. Auch die übermäßige Betonung von Klatsch aus der viktorianischen Zeit ist für die Rezensentin überflüssig.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…