Ada Lovelace war eine geniale Mathematikerin, sie erdachte Technologien, die hundert Jahre später die Welt veränderten. Geboren in eine Zeit starrer gesellschaftlicher Konventionen, setzte sie neue Maßstäbe für Frauen in der Wissenschaft. Trotz der Beschränkungen, die Frauen ihrer Zeit auferlegt waren, gelang es Ada durch ihre umfassende Bildung, eine führende Rolle in der konzeptuellen Entwicklung des "Analytical Engine" zu übernehmen - eine Leistung, die grundlegende Prinzipien der Programmierung und Informatik vorwegnahm. Ihr Leben spiegelt den außergewöhnlichen Balanceakt zwischen den gesellschaftlichen Pflichten einer Frau und wissenschaftlichem Genie wider, ein Spagat, der ihre Errungenschaften umso bemerkenswerter macht. Ihre Erkenntnisse waren lange in Vergessenheit geraten, und ihr Name ist den meisten noch immer unbekannt. Wäre das anders, wäre sie ein Mann gewesen? Dieser Frage widmet sich Vera Weidenbach; sie erzählt das aufregende Leben dieser außergewöhnlichen Forscherin und dekonstruiert gleichzeitig das herkömmliche Bild männlicher Genies.
Kritikerin Anne-Kathrin Weber liest in Vera Weidenbachs Biografie von Ada Lovelace eine "Ode an das weibliche Genie": Lovelace hat das erste Computerprogramm der Geschichte geschrieben, als Frau konnte sie im 19. Jahrhundert allerdings nicht den ihr zustehenden Ruhm dafür beanspruchen. Lovelace, 1815 geboren, verbrachte ihr Leben in den Zwängen der britischen besseren Gesellschaft, sie gründete eine Familie und nahm ihr Mathematikstudium wieder auf, schildert Weber, schnell überflügelte sie darin die Männer in ihrem Umkreis - gewürdigt wurde das aber nicht, weil sie eine Frau ist. Lange dauert es, bis ihre Leistung überhaupt nur anerkannt wurde, lernt Weber aus diesem Buch, das ein mitreißendes Plädoyer für seine Protagonistin sei.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.08.2025
Kritikerin Katharina Döbler ärgert sich ein wenig darüber, dass die Journalistin Vera Weidenbach sich in ihrer Biografie von Ada Lovelace mehr mit deren Geschlecht beschäftigt als mit der umwerfenden Neuartigkeit ihrer Erfindungen. Lovelace hat als erste Person überhaupt ein brauchbares Computerprogramm geschrieben, aber als Frau im England des 19. Jahrhunderts war ihr der Zugang zu Bildungsinstitutionen verwehrt. Dass sich Weidenbach darüber erzürnt, ist für Döbler nur allzu gut nachvollziehbar, doch dass das in redundanter Weise immer wieder angebracht wird, verstellt ihr zufolge den Blick auf Zusammenhänge wie die industrielle Revolution und die visionäre Kraft von Lovelaces Entdeckungen. Auch die übermäßige Betonung von Klatsch aus der viktorianischen Zeit ist für die Rezensentin überflüssig.
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