Brian Burrell

Im Museum der Gehirne

Die Suche nach Geist in den Köpfen berühmter Menschen
Cover: Im Museum der Gehirne
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2006
ISBN 9783455095210
Gebunden, 383 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Wie entsteht im Gehirn so etwas wie Denken und Geist? Wo ist in diesem komplexen Gebilde - dem komplexesten des Universums - der Sitz der Seele? Ein lehrreiches, spannendes und witziges Buch über Grundfragen des menschlichen Daseins. Als Lord Byrons Gehirn 1824 auf dem Seziertisch lag, betrachteten es die Anatomen voller Ehrfurcht: Es war erstaunlich groß. Und Beethovens Denkorgan, das drei Jahre später präpariert wurde, hatte ungewöhnlich viele und sehr tiefe Windungen. Lässt sich aus Gewicht, Form und anderen Eigenschaften von Gehirnen auf die Persönlichkeit ihrer verblichenen Besitzer schließen? Lässt sich daraus erklären, warum der eine ein Genie war und der andere kriminell? Daran glaubten im 19. Jahrhundert immer mehr Fachleute, und so setzte - besonders auch in Deutschland - eine wahre Sammel-, Vermessungs- und Kartierungsmanie ein, die sich über viele Generationen erstreckte. Was entdeckten diese Legionen von Forschern? Nichts. Die Gehirne dämmern schweigend in den Vitrinen. Burrell erzählt ihre Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.08.2006

Ute Esselmann ist gefesselt von diesem Buch über Hirnforschung gestern und heute. "Hirnfexe" nennt sie Phrenologen wie Gall, Broca und Seguin liebevoll, nachdem Brian Burrell ihr die Herren vorgestellt hat. Ohne sich als Laie zu outen, hebt sie den Reiz kurioser, "teils makabrer" Details hervor, Walt Whitmans im Müll entsorgtes Gehirn etwa, und lobt die leserfreundliche Aufteilung des Bandes in Personenkapitel. Nein, sensationsheischend sei das Buch nicht, versichert Esselmann, spannend und witzig geschrieben aber schon (beim Thema Vivisektion sogar ein wenig zu sehr). Sogar das nüchterne Fazit, es gebe mitnichten Hirnbereiche für bestimmte Eigenschaften, nimmt Esselmann da in Kauf. Mit dieser These, meint sie, lässt es sich leben und arbeiten.
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