Triest im Hochsommer: Bestechung, Menschenschmuggel und Mord bringen Kommissar Proteo Laurenti ganz schön ins Schwitzen. Triest, eine Stadt, die ein Jahrhundert lang im Windschatten der Weltgeschichte lag, wird durch ihre geographische Lage zur brisanten Schnittstelle zwischen Ost und West, Nord- und Südeuropa, aber auch zur Schnittstelle politischer Verbrechen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.04.2001
Bernadette Conrad empfindet große Sympathie für Heinichens Commissario Proteo Laurenti. Sie beschreibt ihn als fünfzigjährigen Familienvater, einen "sympathischen Chaoten", den die Jagd auf skrupellose Menschenhändler nicht davon abhalte, mit der Familie in der Trattoria zu essen oder einen Wochendausflug zu einem Familienfest zu unternehmen. Konterkariert werde dieses Familienidyll von den schlimmsten Verbrechen der modernen Gesellschaft: Menschenhandel, Prostitution, Korruption, die den Commissario zwingen, so Conrad, die Kehrseiten Triests und seiner Bewohner wahrzunehmen. Conrad findet den Roman gut recherchiert, Nur den Gegensatz zwischen der privaten "warmen Welt" und der "großen kalten Welt" draußen, findet sie ein wenig zu "plakativ".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2001
Alexander Kissler bemängelt an diesem Roman vor allem die blassen Beschreibungen. Triest mit seinen Häusern und Straßen sowie die Personen des Buchs erschließen sich dem Leser einfach nicht auf sinnliche Weise, findet er. "Welche Farben Triest trägt, wonach es schmeckt, wie es riecht": all dies bleibe dem Leser vorenthalten, und ähnliches treffe auch auf die Figuren zu, die "über keine Statur, keinen Gang, keine Mimik verfügen". Darüber hinaus moniert der Rezensent einige überflüssige Wiederholungen und auch Klischees, die seiner Ansicht nach genauso gut dem "Mercantino" entstammen könnten, einem Anzeigenblättchen, dass in diesem Roman eine Rolle spielt.
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