Pier Antonio Quarantotti Gambini

Ein Kinderspiel

Roman
Cover: Ein Kinderspiel
Marebuchverlag, Hamburg 2002
ISBN 9783936384765
Gebunden, 230 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. An einem sonnigen Morgen im Jahr 1935 erschüttert im Hafen von Triest der Schwell einer Kreuzerflotte die vertäuten Boote wie ein Erdbeben. Die beiden jugendlichen Freunde Ario und Berto klammern sich an die Fahnenstangen ihrer schwankenden Hausboote, die zwischen rostigen Fracht- und Kohleschiffen wie Spielzeug auf dem Wasser tanzen. Diese Hausboote sind Arios und Bertos Zuhause. Die beiden haben noch nie eine Nacht an Land verbracht. Das Hafenbecken von Triest ist ihre Heimat; eine Welt, die nach Salzwasser und Sardinen schmeckt, erfüllt ist vom Geruch nach Teer und Feuerrauch...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2003

Den zuerst 1947 erschienenen, 1962 auch in deutscher Übersetzung vorliegenden Roman "Ein Kinderspiel" des italienischen Autors Pier Antonio Quarantotti Gambinis gilt es nach Ansicht von Rezensent Winfried Wehle, heute wiederzuentdecken. Wehle charakterisiert den Roman um drei Jugendliche, die sich im Triest vor dem großen Krieg 1935 mit ihrer erwachenden Geschlechtlichkeit, erster Liebe und Eifersucht herumquälen, zunächst als Adoleszenzroman. Doch eigentlich ist "Ein Kinderspiel" für Wehle viel mehr. So sieht er darin einen Bildungsroman, der veranschauliche, warum die Gattung im zwanzigsten Jahrhundert nicht mehr gelingen könne. Beeindruckt zeigt er sich vor von Quarantottis Kunst, "die große Geschichte so in der kleinen sich brechen zu lassen, dass sie, obwohl nichts erklärt oder bedeutet wird, gleichwohl bewegend und sensibel ins einzelne übersetzt, wie es zum Unheil im Ganzen hat kommen können".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002

Dass Triest zum "poetischen Ort" wurde, daran ist Pier Antonio Quarantotti Gambini nicht ganz unschuldig, meint der Rezensent Veit Heinichen. In diesem Roman, für den Quarantotti Gambini mit dem "Premio Bagutta, einem der wichtigsten italienischen Literaturpreise" ausgezeichnet worden ist, und der jetzt in neuer Übersetzung erscheine, gehe es um die Suche nach Identität mehrerer auf den Triester Pontons lebenden Jugendlichen, eine Suche, die von der "faschistischen Zwangsgesellschaft" verzerrt werde. Die "kleine Welt der Ruderclubhäuser", so Heinichen, werde zum Schauplatz eines "grausamen Spiels aus Begehren, Eifersucht und Verrat", ein Spiel, von dem uns der Rezensent nur verraten mag, dass es "ganz anders" ausgeht, als gedacht. Dieser "elegante Roman", so Heinichen, sei gespickt mit Anspielungen und Metaphern". Er komme zwar "sehr leicht daher", doch er stecke "voller Abgründe", in der "die unsicherste aller Lebensphasen" ein "erschütterndes Ende" finde.
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