Die Idee war völlig verrückt und sie wären niemals darauf gekommen, wenn die Party nicht so aus dem Ruder gelaufen wäre. Aus einer Katerlaune heraus erfinden Benny und seine Freunde eine irre Geschichte über außerirdische Besucher und verbreiten sie im Internet. Gespannt wartet die Clique ab, was passiert. Zu ihrer eigenen Überraschung nehmen immer mehr Menschen die Sache für bare Münze und Bennys Versuche, alles aufzuklären, bringen ihn schon bald in Lebensgefahr. Was, wenn du dir eine völlig absurde Geschichte ausdenkst, sie zum Spaß in die Welt setzt und plötzlich glauben alle daran? Ein schockierender Thriller über einen Streich, der zur verwirrenden Realität wird. Ursula Poznanskis neuer und hochaktueller Bestseller ist eine wache Analyse der Mechanismen moderner Verschwörungstheorien und ihrer Auswirkungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2021
Rezensent Tilman Spreckelsen kann Ursula Poznanskis Jugendromane ohnehin gut leiden, aber "Shelter" findet er ganz und gar herausragend. Denn wie immer sei Poznanski am Puls der Zeit, schreibe gekonnt zu neuen Technologien und drücke sich nie um Antworten, wenn sie komplexe Phänomene als solche darstelle. In "Shelter" geht es um eine studentische Clique, die vielleicht etwas übermütig, aber nicht um Schaden anzurichten, eine Verschwörungstheorie lanciert und - erwartbar - die Kontrolle verliert. Doch nicht nur Poznanskis erzählerisches Können hält den Rezensenten am Haken, sondern vor allem das Geschick, mit dem die Autorin die individuellen Fähigkeiten der Beteiligten hervorhebt, die zusammen das Ganze überhaupt erst möglich machen - und die ebenso zum Unheil beitragen.
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