Mit Abbildungen. Ganz neue Häuser wollten sie beim Bauhaus, fehlte noch der Neue Mensch, der hinein sollte. Der wurde praktischerweise zu jener Zeit in Sowjetrussland hergestellt. Also machte sich zu Beginn der dreißiger Jahre ein Teil der begabtesten unter den jungen deutschen Architekten auf den Weg nach Osten, etwa der Frankfurter Städtebauer Ernst Mey oder der frisch geschasste Bauhausdirektor Hannes Meyer. Vorangegangen waren ihnen Stars wie Le Corbusier und Erich Mendelsohn. Leider nur erklärte Stalin modernes Bauen bald zur kapitalistischen Verirrung - und so verschwanden die idealistischen Architekten in Straflagern, wurden umstandslos erschossen oder kehrten, wenn sie Glück hatten, nach dem Krieg in ganz und gar verändertes deutsches Bauland zurück. Ein vergessenes Stück Architekturgeschichte, das Ursula Muscheler ans Licht befördert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
So tragisch wie bewegend findet Catrin Lorch die Geschichte, die Ursula Muscheler in ihrem Buch über die Protagonisten des Neuen Bauens erzählt: Aus Überzeugung oder aus Arbeitslosigkeit, aber immer mit "fliegenden Fahnen" reisten Anfang der dreißiger Jahre Architekten, Städteplaner und Stadtbauräte in die Sowjetunion, um dort vor allem in Sibirien neue Städte aus dem Boden zu stampfen. Doch die Herolde der modernen Architekten - Ernst May, Hannes Meyer, Mart Stam, Margarethe Schütte-Lihotzky - scheiterten kläglich, die Bolschewisten gaben wenig auf ihre Visionen. Nicht alle kamen heil aus dem Abenteuer der "Bauhaus-Stoßbrigade Rot Front" heraus, Kurt Meyer etwa starb nach seiner Deportation, Philipp Tolziner wäre beinahe in einem sibirischen Lager erfroren. Lorch berichtet erschüttert von diesem traurigen Kapitel der Architekturgeschichte, das die Autorin in ihren Augen dankenswerterweise endlich aufgearbeitet hat.
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