Ursula Krechel

Beileibe und Zumute

Gedichte
Cover: Beileibe und Zumute
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2021
ISBN 9783990272473
Gebunden, 112 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

"Erkenntnis ist nach wie vor möglich." Das ist keine verzagte Hoffnung, sondern Ethos, Haltung und Bekenntnis. Denn: "Siehe: Die Sprache balanciert auf hochgespanntem Seil" - ja, beides trifft zu: hoch und gespannt! Und es ist jedes Mal wieder ein Abenteuer, Ursula Krechel auf ihren Gängen über dieses Seil zu folgen. Ihre Gedichte sind dynamische Gegenwart. Sie sind wach, hellwach, selbst dort, wo man nur mit geschlossenen Augen sieht: ins Dunkle, ins Ungewisse, in Abgründe, in Schichten persönlicher wie kollektiver Erinnerung. In vielfältigen Formen und in einem breiten Register der Stimmen, Rhythmen und Töne untersuchen diese Gedichte Wirklichkeit, ohne sich darauf einen Reim machen zu wollen. Es sind Erkundungen mit offenem Eingang und offenem Ausgang, eigenwillig, voller Wagemut und Spielfreude.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2021

Rezensent Christian Metz lässt sich von den neuen Gedichten von Ursula Krechel neue Denk- und Gefühlsräume eröffnen. Von wegen Schönheit! Für Metz ist das nur ein Thema unter vielen, wenngleich ein wichtiges der 58 Einzelgedichte und drei Zyklen im Band. Wie Krechel es angeht aber, systematisch ästhetische Erfahrung und das Verhältnis zwischen Ding und Wort erkundend, findet Metz hörenswert. Wortspiele, Verfremdung, zum Letterntanz ladende Melodien und genaue Beobachtungen (etwa beim Arzt) machen Metz Spaß.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.02.2021

Björn Hayer schätzt an Ursula Krechel und ihren Gedichten die Artistik und die philosophische Neugier. Als "Schule des Bewusstseins" liest er Krechels neue Texte, als Anleitung, Vieldeutigkeit auszuhalten. Dass die Autorin in ihrer Lyrik nie nur Realitäten beschreibt und sich der klassischen lyrischen Motivik bedient, sondern auf fantastischen Gehalt und perspektivische Vielfalt abhebt, Zeichensysteme reflektiert und Gegebenens hinterfragt, findet Hayer anregend. Die Unabschließbarkeit des Denkens und der Dinge spiegeln die Texte auch in ihrer Form wider, in reicher Bildlichkeit und "ingeniöser" Verspieltheit, stellt Hayer fest.

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