Ulrike Horn

Neue Mütter hat das Land: selbstbewusst und gleichberechtigt

Cover: Neue Mütter hat das Land: selbstbewusst und gleichberechtigt
Kreuz Verlag, Stuttgart 2000
ISBN 9783783118476
Gebunden, 196 Seiten, 15,29 EUR

Klappentext

Für alle, die das Frauenbild von Hera Lind und Gaby Hauptmann nicht mehr mögen: Ein Buch mit Zündstoff! Für ein neues Selbstverständnis und für ein neues Mutterbild. Die Autorin tritt mit diesem Buch für ein neues, starkes Selbstbewusstsein der sogenannten ?Nur-Mütter? ein. Immer mehr Frauen verzichten auf den Erziehungsurlaub und geben die Erziehung ihrer Kinder schon an der Wiege aus der Hand. Die Autorin des vorliegenden streitbaren Buches hält dies für den falschen Weg. Es ist ein Fluchtweg: Flucht vor dem Klischee des unterbelichteten ?Heimchens am Herd?, Flucht vor der ?Mutterfalle? und dem ?Supermuttisyndrom?. Wirklich emanzipierte Frauen müssen nicht flüchten, sondern können frei entscheiden und wählen. Das wiederum setzt ein neues Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Mütter voraus.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.06.2001

Auwei, das klingt gar nicht gut. Über zwei der drei hier besprochenen Bücher über Mütter ("Die deutsche Mutter", erschienen bei Piper, "Neue Mütter hat das Land", Kreuz Verlag, "Mama Solo!", Eichborn Verlag) zieht Susanne Mayer gehörig vom Leder.
1) Barbara Vinken: "Die deutsche Mutter"
Vinken bekommt aber was zu hören von der Rezensentin! Ein Pamphlet sei dieses Buch, gut, eine "Kritik der praktischen Mütterlichkeit zwischen Rosenheim, Wuppertal und Kiel". Was noch? Eine Schrift, die hauptberuflich kindererziehende Frauen als Opfer vorführt. Aha! Selten sahen Mütter so dumm aus, findet Mayer und fragt sich, was da bloß los ist mit dem Selbstverständnis von Frauen. Frauen als Teilmenge eines wabbeligen Mutterkuchens? Mitnichten, meint sie, soll die Autorin noch so weit ausholen, Verdienstunterschiede, mangelhafte Familienpolitik und die ganze seminaristische Ideologiekritik hin oder her: "Was Frauen wollen, ist gut erforscht. Teilzeitarbeit! Geld verdienen für eine Leben mit ihren Kindern." Basta. Braucht es keine misogynen Sprüche (aus Frauenmund), keinen altmodischen Fundamentalismus, keine quellenschludrige, einäugige Belehrung und Beschimpfung.
2) Ulrike Horn: "Neue Mütter hat das Land"
Noch eine Fundamentalistin! Aber was die Autorin dieses Buch so vehement fordert, ist das genaue Gegenteil der "Powerfrau": "Vollblutmütter möchte sie". Die Rezensentin sieht's mit Schrecken. Wieder eine halbe Sache, "ein Modell für Ehefrauen", in dem die Väter aber gar nicht vorkommen, und die Arbeit berufstätiger Mütter, schimpft Mayer, wird als Selbstverwirklichungsprinzip diffamiert, "als käme eine Existenzsicherung durch Frauen gar nicht in Betracht." Über die derart zutage tretende "Unfähigkeit, den Spagat zwischen beiden Welten auch nur gedanklich zu wagen", droht uns die Rezensentin gar trübsinnig werden.
3) Stella Bettermann: "Mama Solo!"
Natürlich, auch gegen dieses Buch, so Mayer, ließe sich einiges einwenden, "geistesgeschichtlich herleiten, zeitkritisch anmerken". Allein, was soll's, wenn die Autorin, familienpolitisch so viel Spaß hat, alles nicht so tragisch sieht (Warum nicht mogeln bei der Arbeit, Schwimmen gehen mit den Kleinen und Abendbrot verbinden?) und nach der Maxime "Plaudern statt belehren" vorgeht. Man merkt der Rezensentin die Erleichterung an über das Buch und den Spaß, den das machen kann, Muttersein. Und "Spaß", denkt sie ganz richtig, das ist "doch auch schon eine kleine Revolution."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.02.2001

Kostas Petropulos bekundet seine Zustimmung zu dem Versuch der Autorin, das durch "Klischees und Vorurteile geprägte Bild" der Vollzeitmutter zurechtzurücken. Horn, die als dreifache Mutter auf eigene Erfahrungen zurückgreifen könne, wende sich sowohl gegen das feministische Idealbild von berufstätigen Müttern in der heutigen Gesellschaft als auch gegen das Negativbild der "Vollzeitmütter als Ewiggestrige". Der Rezensent lobt die Ausführungen als alles in allem recht überzeugend, moniert aber, dass die Rolle der Väter kaum Eingang in die Überlegungen der Autorin gefunden hat, außerdem äußert er Zweifel an dem "Optimismus" Horns, was die späteren Chancen von Vollzeitmüttern in der Berufswelt angeht.
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