Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
Anerkennung zollt Karl Wilhelm Fricke dieser Biografie des 1999 an Leukämie gestorbenen DDR-Dissidenten und Schriftstellers Jürgen Fuchs, die Udo Scheer vorgelegt hat. Er liest das Buch nicht allein als Lebensbeschreibung, sondern auch als Dokument der Oppositionsgeschichte in der DDR. Beispielhaft führt der Autor seines Erachtens vor Augen, wie ein junger Literat ins Visier der Stasi geriet, als angeblicher Feind des Sozialismus aus der SED ausgeschlossen, überwacht, bespitzelt und schließlich nach neun Monaten Untersuchungshaft im Stasi-Knast nach West-Berlin abgeschoben wurde. Lobend äußert sich Fricke über die sorgfältige und eingehende Arbeitsweise Scheers, der zahlreiche Gespräche mit Fuchs, seiner Frau, engen Freunden und Weggefährten führen konnte. Entstanden ist zu seiner Freude ein "dichtes, einfühlsames, eindringliches Lebensbild". Zudem sieht er in dem Buch auch einen guten Zugang zum literarischen Werk des Schriftstellers Fuchs. Sein Fazit: lesenswert und zwar "unbedingt".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.10.2007
Hans-Joachim Föller ist von dieser Biografie, die nun als erste den vor 10 Jahren überraschend an Leukämie verstorbenen DDR-Dissidenten und Schriftsteller Jürgen Fuchs porträtiert, sehr eingenommen. Ihr Autor Udo Scheer, der wie der Schriftsteller zu DDR-Zeiten der Dissidenten-Szene angehörte und ein persönlicher Bekannter von ihm war, hat für diese Lebensbeschreibung viele Zeitzeugen interviewt, und auch den Schriftsteller selbst zitiert er ausführlich, stellt Föller fest. Dadurch entstehe nicht nur ein sehr eindrückliches Porträt, sondern zugleich gelinge es dem Autor, die mal verdeckte, mal offene Bedrohung, die von der SED-Diktatur ausging, nachfühlbar zu machen, so der Rezensent beeindruckt. Er zeigt sich beklommen von den Verfolgungen, denen Fuchs in der DDR ausgesetzt war - er saß unter anderem 1977 wegen der Unterzeichnung des Protests gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns im Gefängnis und wurde im Anschluss selbst ausgebürgert - und zitiert auch die Vermutung, dass Fuchs während seiner Haftzeit gezielt mit Röntgenstrahlen behandelt wurde, die 1999 möglicherweise zu seinem Krebstod führten.
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