Toril Brekke

Die Asche der Vergangenheit

Roman
Droemer Knaur Verlag, München 2000
ISBN 9783426195581
Gebunden, 352 Seiten, 21,50 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Der ehemalige Straßenbahnschaffner lb wohnt allein auf einem abgelegenen Fleck am norwegischen Iddefjord - seine Frau ist tot, die Kinder sind ausgezogen. Eine flügellahme Möwe ist seine einzige Begleiterin. Der alte Mann hängt seinen Tagträumen nach, lässt in Schmalfilmaufnahmen sein Leben Revue passieren und sehnt sich insgeheim nach Gesellschaft. Die Tristesse hellt sich auf, als in das lange unbewohnte Nachbarhaus eine allein stehende Frau einzieht. Sie heißt Marie, wie lbs erste große Liebe, die am Ende des Zweiten Weltkriegs durch sein Verschulden ums Leben kam. Doch auch durch Maries Leben zieht sich ein Riss schmerzhafter Erinnerungen. Ganz Kind ihrer Generation, hatte sich die Tochter aus gutbürgerlichem Elternhaus im Überschwang der siebziger Jahre in revolutionäre Abenteuer gestürzt und dafür ihren Preis zahlen müssen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2002

Toril Brekkes Buch "Die Asche der Vergangenheit" behandelt wie schon der Name sagt die "marxistisch-leninistische" Bewegung der 68er Jahre in Norwegen. Aber, so urteilt Rezensent Aldo Keel, eine Glanzleistung ist dem Autor bei der Vermittlung dieser Thematik nicht gelungen, vor allem wenn man Vergleiche mit den Werken von Dag Solstad anstellt. Zwar schattiere das Buch die emotionale Entwicklung vom "straff organisierten" Kommunendenken hin zu enttäuschten Hoffnungen und verloren gegangenen Perspektiven, doch alles in allem ist der Roman "zu wenig analytisch", meint der Rezensent. Gefallen findet er jedoch am "ruhigen Erzählduktus", der für ihn viel mit der Abgeschiedenheit und Weite des Landes Norwegen zu tun hat. Ihn selbst hat die bedächtige fortschreitende Schilderung der norwegischen Ruhe fast durchwegs in Bann gehalten - er räumt jedoch ein, dass das Buch nichts für ungeduldige Leser ist.
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