Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. 'Wenn die Welt sich ändert' versammelt Tony Judts wichtigste Essays in einem Buch. Die Texte reflektieren die großen Themen, die ihn zeitlebens beschäftigten - Europa und der Kalte Krieg, Israel und der Holocaust, 9/11 und die neue Weltordnung. Zudem dokumentieren sie die Entwicklung seiner Denkweise und die bemerkenswerte Beständigkeit seines leidenschaftlichen Engagements sowie seine intellektuelle Energie. Judt brachte Geschichte und Gegenwart zusammen wie kaum ein anderer Denker seiner Zeit. Die vorliegenden Essays lassen uns die Welt, in der wir leben, mit neuen Augen sehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2017
Mit diesem Essay-Band lernt Thomas Ribi den Historiker Tony Judt als Zeitkritiker und "geborenen Europäer" kennen. Den politischen Mensch, der sich zu Gegenwartsfragen wie dem Israel-Palästina-Konflikt oder der US-Politik unter George W. Bush äußert, zeichnet laut Ribi eine kritische Haltung aus und damit die Fähigkeit, Fakten auf ihre Ereignisse hin zu hinterfragen. Die hier versammelten kleineren Texte ermöglichen es dem Rezensenten, die Entwicklung von Judts Denken nachzuvollziehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.2017
Ganz vorzüglich findet Rezensent Kim Christian Priemel diesen Band mit Essays von Tony Judt, den Judts Witwe aus bereits verstreut publizierten Texten zusammengestellt hat. Priemel zeigt sich als großer Bewunderer des polyglotten britischen Historikers: Ob er nun Nachrufe auf Kollegen wie François Furet, Amos Elon oder Leszek Kolakowskis schreibt, Hymnen auf Eric Hobsbawm, schonungslose Verrisse zu Norman Davies und Elogen auf die Sozialdemokratie, immer findet der Rezensent scharfsinnige Beobachtungen oder "hellsichtige Gedanken" in Judts Texten. Die harte Kritik an den USA und Israel erklärt sich Priemel "nicht aus Antipathie, sondern aus Enttäuschung", denn auch mit den nicht eingelösten Wohlstandsversprechen der EU gehe Judt scharf ins Gericht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2017
Isabell Trommer kann auch in diesen postum Essays sehen, wie der britische Historiker Tony Judts das moderne Leben von der Gesellschaft her dachte, nicht vom Individuum. Auf den Wohlfahrtsstaat und die öffentlichen Güter kommt es ihm an, betont Trommer, die darin das intellektuelle Programm des guten alten Sozialdemokraten sieht. So richtig originell ist das nicht, räumt die Rezensentin ein, schreibt dies aber auch dem Umstand zu, dass der Band vor allem Besprechungen, Essays und Vorträge versammelt, die Judt vor zwanzig Jahren veröffentlicht hat und von denen einige von der Problemlage eingeholt wurden. Doch bei anderen Essays, etwa über den polnischen Philosophen Leszek Kolakowski, imponiert ihr noch immer Judts "große intellektuelle Kraft".
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